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Online-Ausgabe der Vereinszeitschrift
61. Jahrgang · Ausgabe 2 · März / April 2015

Unsere Monatsveranstaltungen
Einladung zur Jahreshauptversammlung
Neufassung der Satzung genehmigt
Literatur zum Anfassen – Die Studiobühne zu Gast
Joseph Wimmer – ein mutiger Schlossermeister
Straßen von Unterbilk und ihre Namen: Die Neusser Straße
Otto Pankok – Freund der „Zigeuner“
Mein Freund Coleman und das Schützenfest
Tag der Opfer des Faschismus am 27.01.2015
Aus dem Bilker Schützenverein: Das Titularfest 2015
Termine der Schützengesellschaft Bilker Heimatfreunde im März + April
Frühlings- und Osterbasar der Pfarre St. Martin
Termine des Westdeutschen Autorenverbandes im März + April
Termine im Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau) im März + April
Termine „Kultur vor der Tür“ im März + April / Leseinsel
Wenn Treffsicherheit versagt und die Körperhaltung nicht stimmt
Abschied von Pfarrer i. R. Helmut Junker
Die Bilker Ringparabel
Buchempfehlung von Martina Biermann
Plakate zum Nachdenken
Leserfoto von Rita Iffland
Et is die Liebe! – Uere Madet Joht
Redaktionsschluss-Termin für die Sternwarte Mai/Juni 2015 / Impressum


Auf unserer Titelseite:

Der schiefe Turm von St. Lambertus, Foto Jürgen Fuhrmeister
„Ehra oder Kind mit Ball“ von Pankok, Foto: Jürgen Fuhrmeister
Bunter Bauzaun am Graf-Adolf-Platz, Foto: Jürgen Fuhrmeister








Neufassung unserer Satzung genehmigt
Von Erich Pliszka

Liebe Mitglieder,
in der aktuellen Ausgabe unserer Sternwarte März/April 2015 finden Sie nun, als Beilage, die von Ihnen bei der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Bilker Heimatfreunde am 31. März 2014 beschlossene Neufassung unserer Vereinssatzung.

Durch viele Terminschwierigkeiten ist es erst jetzt endlich soweit, dass die Neufassung der Satzung des Heimatvereins ordnungsgemäß im Vereinsregister des Amtsgerichts Düsseldorf unter der Vereinsregister- Nr. 4005 eingetragen worden ist. Ich hoffe und wünsche, dass die modernisierte Fassung in ihrer jetzigen Form den Heimatverein noch lange begleitet.

Ihr Erich Pliszka
Präsident



Literatur zum Anfassen
Die Studiobühne zu Gast bei den Bilker Heimatfreunden

Von Holger Hutterer


Dr. Christian Leitzbach in seinem Element
Foto: Holger Hutterer

Menschliches, allzu Menschliches, stand auf dem Programm unserer Januar-Veranstaltung. Schon zum fünften Mal war die Studiobühne bei uns zu Gast und präsentierte bekanntere und weniger gehörte Gedichte der namhaftesten deutschsprachigen Dichter.

Neben Hermann Hesse, Christian Morgenstern, Theodor Fontane und Matthias Claudius, hörten wir auch Texte von Ingeborg Bachmann sowie den beiden „Heinrichs“, nämlich Heine und Zille. Am meisten Freude hatte die Gruppe um unser langjähriges Vorstandsmitglied Dr. Christian Leitzbach offensichtlich bei den Rezitationen von Wilhelm Busch, denn Dr. Leitzbach trat in Lehrer-Lempel-Manier auf die Bühne.

Auch den Zuhörern bereiteten die Verse ein großes Vergnügen. Manche Zeilen waren dem einen oder anderen noch aus der eigenen Schulzeit bekannt. So endete ein kurzweiliger Abend, bei dem man sich schon „auf den nächsten Streich“ der Studiobühne freute.



Bilker Adressen: Neusser Straße 7

Joseph Wimmer – ein mutiger Schlossermeister
Von Jürgen Fuhrmeister


Schlossermeister Joseph Wimmer
Foto: Archiv Brzosa

Die Kolumne „Bilker Adressen“ befasst sich heute mit einem Düsseldorfer Bürger, der vor 200 Jahren die St.-Lambertus-Kirche gerettet hat und zu hohen Ehren kam: Es ist Joseph Wimmer, ein Schlossermeister, der in der Düsseldorfer Neustadt am 9..April 1781 im Haus zum Heiligen Antonius in der Hubertusstraße 12 geboren wurde und in der Nacht vom 28. zum 29. Juni 1860 in seinem Haus in der Neusser Straße 7 verstorben ist.

Heute würden wir sagen, Joseph Wimmer ist ein Bilker Jung, denn diese Adressen, wenn es sie noch gäbe, liegen in Unterbilk. Seine letzte Ruhestätte hatte Joseph Wimmer auf dem 1803 angelegten alten Bilker Friedhof an der Volmerswerther Straße gefunden, der rund 100 Jahre als Begräbnisstätte diente. Nachdem diese 1954 in eine Parkanlage umgestaltet wurde, ist auf Anregung der Bilker Heimatfreunde 1955 in der Mitte ein Ehrenhain geschaffen worden, in dem zahlreiche Gedenksteine und Grabplatten an bekannte Verstorbene erinnern. Das Grab von Joseph Wimmer ist bei der Umgestaltung nicht gefunden worden. Eine steinerne Ehrentafel, 1955 von den Bilker Heimatfreunden dort aufgestellt, erinnert an den mutigen „Schlossermeister von Düsseldorf“.

Der schiefe Turm von St. Lambertus
Foto: Jürgen Fuhrmeister

Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz, unser Jan Wellem, der in Düsseldorf in einem maroden Schloss residierte, träumte vor 300 Jahren von einer Ausdehnung (Extension) Düsseldorfs bis in die Gegend um das heutige Stadttor. Auf kostenlosen Grundstücken und mit steuerlichen Vergünstigungen sollten sich angesehene Bürger ansiedeln. Zwischen dem Platz des heutigen Polizeipräsidiums und dem Rhein sollten außerdem ein prachtvoller Schloss- Neubau und eine Gemäldegalerie entstehen.

Große Pläne! Deren Verwirklichung blieb Stückwerk. Es entstand ein Geisterviertel, wie der Historiker Ulrich Brzosa vor sieben Jahren in der WZ schrieb. Sogar noch heute gelte „das Viertel rechts und links der Neusser Straße als städtebauliches Sorgenkind. Nichts verdeutlicht die Misere des Viertels besser als der Tatbestand, dass der Bezirk scheinbar keinen verbindlichen Namen hat.

Im Grundbuchamt wird das Gebiet als ‚Neustadt‘ ausgewiesen, in der amtlichen Stadtkarte wird es ‚Unterbilk‘ und im Volksmund ‚Regierungsviertel‘ genannt.“ Noch dazu beginnt die Neusser Straße heute mit der ungeraden Hausnummer 25. Nachdem dies geklärt ist, wenden wir uns der Geschichte des Schlossermeisters Joseph Wimmer zu.

Handdruckspritze um 1850
Foto: Archiv Brzosa

Vor 200 Jahren, am 11. Januar 1815, hatte ein strenger Winter das Land in seinen Krallen. Der Rheinstrom versteckte sich unter einer dicken Eisschicht, die Bäche waren zugefroren und die Brunnen gaben nur wenig Trinkwasser her. Der Brunnen am Marktplatz war erschöpft. Die Bevölkerung musste schon mehrere Tage lang sparsam mit dem Trinkwasser umgehen. Auch Löschwasser für eventuelle Brände war rar. Am Morgen dieses Tages vor 200 Jahren verdunkelte sich der Himmel, ein Gewitter zog auf und kurz vor elf Uhr schlug ein heftiger Blitz in die Kirchturmspitze von St. Lambertus ein und entzündete zunächst die äußere Bleispitze. Bald darauf ertönte vom Kirchturm der benachbarten evangelischen Kirche das Brandhorn und alarmierte die Bevölkerung.

Aus der Schatzkammer
von St. Lambertus:
Der bleibedeckte Zylinder
Foto: Archiv Brzosa

Eine Berufsfeuerwehr gab es in Düsseldorf noch nicht, wohl eine „Erneuerte allgemeine Feuer-Ordnung für das Großherzogthum Berg“ vom 5. September 1807, bestehend aus 65 Paragraphen. Diese bestimmt in §2: „Wer Taback rauchen will, soll sich überall einer Kapsel oder eines Deckels bedienen.“ Das Tabackrauchen sei aber ohne Unterschied mit oder ohne Deckel bei drei „Reichsthaler“ Strafe verbothen: auf den Gassen und Straßen in den Ortschaften und in Fabriken, Werkstätten, beim Decken der Dächer, in Ställen, Höfen, Scheuern, Heuböden und überhaupt an allen gefährlichen Orten. Übertreter, die eine Geldstrafe nicht bezahlen konnten, wurden so lange auf Wasser und Brot gesetzt und mussten arbeiten, bis sie die Strafe abgearbeitet hatten.

Wie die Feuerverordnung es verlangte, eilten die Bürger mit ihren privaten ledernen Eimern zur Brandstelle und schafften die gemeindlichen Brandgerätschaften und die Brandspritzen herbei. An der Spitze – wie vorgeschrieben – die Magistratspersonen, Bürgermeister, Schöppen, Vorsteher, Brandräte und Beigeordnete, um die Leute zum Löschen anzuleiten. Und dann standen alle vor der Brandstelle und beratschlagten, wie sie das Löschwasser, das auch sehr knappe bemessen war, in die Spitze des Turms bringen konnten.

233 Fuß – das sind 72 m – waren zu überwinden. Man erwog, die brennende Turmspitze mit Kanonenkugeln abzuschießen. Auf dem Burgplatz standen schon die Geschütze der Garnison bereit. Um Schäden durch herabstürzende Balken und durch Funkenflug zu vermeiden, verwarf man diesen Plan. Und während die Offiziellen noch debattierten, entschloss sich eine Gruppe mutiger, gut gesinnter Bürger – allen voran der Schlossermeister Joseph Wimmer – über steile Stiegen, endlose Leitern und über Gebälk in den Turm zu steigen.

St. Lambertus und Schlossturm mit Bombenschäden
nach dem II. Weltkrieg
Foto: Archiv Fuhrmeister

Unter Einsatz ihres Lebens gingen sie gegen die Flammen vor. Von oben tropfte glühend heißes geschmolzenes Blei auf sie herab, verdarb ihre Kleider und fügte ihnen schwerste Verbrennungen zu. Wimmers bleiüberzogener Zylinder wird heute in der Schatzkammer von St. Lambertus aufbewahrt.

Mit Äxten und Sägen entfernten sie Schindeln und die Bretterverschalung der Turmspitze einige Fuß unterhalb des Brandes, um den Flammen Nahrung zu nehmen. Dann legten sie mit ihren Äxten und Sägen die aufstrebenden Balken nieder und ließen sie hinabfallen. Als man später doch Wasser bis in die Höhe des Glockenstuhls brachte und mit Handspritzen und in Eimern in die Turmspitze fördern konnte, wurde den letzten Flammen der Garaus bereitet und das Kirchenschiff war gerettet.

In den Berichten aus dieser Zeit lesen wir, dass sich an Löscharbeiten vor allem Handwerker beteiligten, aber immer wieder wurde besonders von dem mutigen und einfallsreichen Schlossermeister Wimmer berichtet, der schier Unmenschliches geleistet hat. Er hat für seinen selbstlosen Einsatz einen hohen Preis bezahlt. Neben einer Rauchvergiftung erlitt er zahlreiche Verbrennungen. Seine Hände waren so schwer verletzt, dass der Schlossermeister ab seinem 35sten Lebensjahr seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Dafür wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Aus einer Geldsammlung erhielt er eine hohe Belohnung.

Das Offizierskorps schenkte ihm eine bald 100 Jahre alte Augsburger Kugelbüchse als „Tabacksdose“ und gab zu seinen Ehren in der Garnison ein Festmahl. Die Stadt überreichte eine Gedenkmünze in Gold und gab ihm eine Anstellung am Zolltor als Wächter und Marktmeister. Der Preußenkönig Wilhelm III. verlieh ihm die Dienstmedaille. Aber auch die anderen Männer, die sich bei der Brandbekämpfung besonders ausgezeichnet hatten, wurden belohnt. 33 Männer wurden in einer Liste erfasst. Auf dieser Liste wurden sie in vier Klassen entsprechend ihrer Leistung eingestuft. Danach wurden die Spendengelder in Höhe von 1000 Francen verteilt. Wimmer gehörte zur 1. Klasse und erhielt davon 225 Francen. Dazu noch ein 200-Zeilen-Gedicht „Der Schlossermeister von Düsseldorf“ von Paul Boskamp, das im Stadtarchiv aufbewahrt wird.

Der Wirbel, der um den Schlossermeister erzeugt wurde, gefiel nicht allen. So schrieben zwei Ehefrauen aus der Leyendecker- Gesellschaft am 14. Februar 1815 an den Gnädigsten Herrn Landesdirektor: „Wir endesbenannten haben in Erfar gebracht, daß ein in hiesieger Vorstadt wohnender Schlossermeister Wimmer von Sr.Excellence Herrn General von Hühnerbein noch vor dessen Abreise mit einem so herrlichen Goldmundbecher und -medaillon in betreff des letzt entstandenen greuelhaften Donnerschlag in dem Pfarr-Turm zu St. Lambert wegen allda herzhaftig unternommen Handthätigkeiten nicht allein sollte seyn mildest beschenkt.“ Danach baten sie „fusfällig“ um Entschädigung für verbrannte Kleider ihrer Männer durch geschmolzenes glühendes Blei. Ob die Dachdeckerfrauen mit ihrer Bitte Erfolg hatten, ist nicht überliefert.

Bleibt noch nachzutragen: Der Turmhelm wurde nach dem Brand durch Adolph von Vagedes erneuert. Da hierzu vermutlich zu frisches und damit feuchtes Holz verbaut wurde, verdrehte sich das Dach. Man kann die Sage vergessen, die besagt, dass der Teufel in einem Wutanfall den Kirchturm verdrehte, als er versuchte, die Kirche herauszureißen. Nach dem II. Weltkrieg musste der Turm infolge von Kriegsschäden wieder erneuert werden. Man baute ihn auf Wunsch der Bevölkerung wieder verdreht auf.

Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem sei eine kleine reich bebilderte Broschüre „Donner, Blitz und Feuer“ von Dr. Ulrich Brzosa empfohlen, die u. a. im Sternverlag für 3 Euro erhältlich ist. Der Autor ergänzt seine Schilderung des spektakulären Ereignisses u. a. mit Darstellungen zum Feuerlöschwesen in jenen Jahren, wirft einen Blick in die zum Teil recht konträren Berichte der Zeit und in den „Rheinischen Merkur“ vom 22. Januar 1815, dessen Berichterstatter Pfusch am Bau des Blitzableiters aufdeckt, der die Katastrophe ermöglicht hat.




Straßen von Unterbilk und ihre Namen:
Die Neusser Straße

Von: Knüff

Am Horionplatz beginnt die Neusser Straße und führt nach Süden. Auf 932 m Länge kreuzt sie Hubertusstraße, Fürstenwall, Tellstraße, Düsselstraße, Weiherstraße, Lorettostraße und endet an der Bilker Kirche, wo sie sich mit Gladbacher Straße, Volmerswerther Straße und Bilker Allee trifft.

Der Bau der Neusser Straße begann 1700. Sie sollte die Hauptstraße der Neustadt werden, die „Jan Wellem“ außerhalb der Stadtmauern plante. Er hatte auch vor, dort, wo heute das Polizeipräsidium liegt, sein Schloss zu errichten. 1712 erhielt der kurfürstliche Hofkammer-Agent Jacob van Geldern die Erlaubnis, an der Neusser Straße 25 eine „Judenschule“ zu errichten. Diese durfte 316 Fuß lang und 136 Fuß breit sein und wurde Düsseldorfs erste Synagoge.

1758 konfiszierte die Stadt diese Liegenschaft und verlegte 1772 das Hubertushospital (ein Gasthaus für Pilger und Bedürftige) von der Kasernenstraße in die Neusser Straße. Anfang des 19. Jahrhunderts zog auch das Max-Joseph-Armenkrankenhaus aus der Reuterkaserne in das Hubertushospital. In den Jahren 1942 und 1943 wurden die Gebäude von Bomben schwer getroffen. Der Wiederaufbau wurde erst 1956 vollendet. Heute wird das Hubertusstift von der Caritas Düsseldorf verwaltet, und diese betreibt dort das denkmalgeschützte „Alten- und Pflegeheim St. Hubertusstift“.

In der Neusser Straße betreibt die Diakonie Düsseldorf die Tagesstätte Horizont. Dort können Menschen ohne Wohnung Wäsche waschen, duschen, günstig Mittagessen und ärztliche Beratung finden. Zwei italienische Restaurants mit bester Küche und angemessenen Preisen warten dort auf Gäste. Auf der anderen Straßenseite liegen die Gebäude der Oberfinanzdirektion, im typischen Stil der Düsseldorfer Backsteinarchitektur der 20er und 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts gebaut, und daneben die Rückseiten des Polizeipräsidiums im gleichen Baustil. An der Tellstraße knickt die Neusser Straße ab, nach Süden auf die Bilker Kirche hin.

Die Ostseite ist bis zur Bilker Kirche mit Wohnhäusern bebaut, und auf der Westseite liegen die Parkplätze der Siemens-Niederlassung und daran anschließend das Bistro des rwi4-Gebäudekomplexes. Ab hier verändert sich das Bild der Neusser Straße. Aus der ruhigen Wohnstraße, allerdings seit 1993 von den Straßenbahnen 704 und 709 befahren, wird ein quirliges Zentrum rings um die Bilker Kirche herum. Mehrere Bistros, Bars und Läden mit ausgefallener Mode und Kinderkleidung machen diesen Teil der Straße zum Szenetreff.

Über die Grenzen Düsseldorfs hinaus bekannt geworden durch ihre originelle Einrichtung, ist die Kneipe „Seifenhorst“ in der Neusser Straße 125. Dort hatte von 1950 bis 2004 Horst Hammelstein in seinem Laden Parfüm, Kosmetik, Waschmittel und Bürsten verkauft. Im Hof hinter dem Gebäude befand sich von 1892 bis 1935 eine Senffabrik, danach die Lederwarenfabrik Winter & List. 1943 wurden große Teile der Hofgebäude durch Bomben zerstört; das Vorderhaus brannte bis auf die Fassade nieder. Nach dem Wiederaufbau hatte die „Komödie an der Steinstraße“ von 1970 bis 2003 dort ihre Werkstätten und die Verwaltung. Heute sitzen dort der Musikverlag Unique Records und eine Werbeagentur.

Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht in: Impuls, Magazin 50+, AWO Unterbilk, 1. Ausgabe 2015.



Otto Pankok – Freund der „Zigeuner“

Von Jürgen Fuhrmeister


Buchtitel: „Zigeuner“
von Otto Pankok
Foto: Jürgen Fuhrmeister

„Ehra oder Kind mit Ball“
von Pankok
Foto: Jürgen Fuhrmeister

Am Alten Hafen in Düsseldorf mahnt eine kleine Bronzefigur „Ehra oder Kind mit Ball“. Auf einer Steinplatte daneben entdecken wir folgende Inschrift: „Zum Gedenken an die Sinti und Roma, die durch den Nationalsozialismus Opfer des Völkermordes wurden. Diese Figur des Sinti-Mädchens Ehra schuf der Künstler Otto Pankok (1893–1966) zur Erinnerung an die mit ihm befreundeten Düsseldorfer Sinti, von denen über hundert aus dem Lager Höherweg abtransportiert und ermordet wurden. Das Mädchen Ehra selbst gehörte zu den wenigen KZ-Überlebenden.“

Mittelpunkt dieser kleinen Gedenk stätte, die am 27.1.1997 anlässlich des 52. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz zum Gedenken an die Überlebenden errichtet wurde, ist der Abguss einer Bronzefigur Pankoks von 1955. Sie zeigt ein pausbäckiges Mädchen mit wirren Haaren, das erhobenen Kopfes einen kleinen Ball auf der rechten Handfläche trägt und mit der linken Hand festhält. Das Mädchen trägt ein knöchellanges langärmeliges Kleid und mehrere auffallende Halsketten.

Siedlung Heinefeld, 1930. Foto: Stadtarchiv Düsseldorf 038-106-001

Diese Gedenkstätte ist zugleich der Versuch einer Huldigung an Otto Pankok, der berauscht ist von dem Freiheitsdrang dieser Menschen und ihrer Lebenslust und Unbefangenheit. Zigeuner als künstlerisches Thema fesselte ihn immer wieder bis an sein Lebensende und er verbrachte persönlich viel Zeit damit. „Arm sind sie“, schrieb er in seinem Buch „Zigeuner“, erschienen 1947 im Drei Eulen Verlag Düsseldorf. „Aber wie lustig und reich können sie sein! Schnell und hurtig bauen sie ein luftiges Nest. Wie können sie jauchzen und schlemmen! Wie wimmern sie, wenn sie traurig sind. Wie sie dann zerfließen in nachtschwarzen Gedanken. Husch treibt

Heinefeld-Siedlung 1930
Blick in die Sperlingsgasse
Foto: Stadtarchiv Düsseldorf 038-106-011

sie aber der Wind wieder in die Ferne auf schaukelnden Wagen.“ Wir werden Otto Pankok im Folgenden immer wieder zitieren müssen. Er fand aus eigenem Erleben die richtigen Worte.

Seit 1930 beschäftigte Otto Pankok sich ausführlich mit dem Leben der Zigeuner und schuf zahlreiche Bilder von Sint iund Romakindern. Als er 1931 von dem großen Fest der Zigeuner Frankreichs in Saintes Maries de la mer zurückkehrte, begann seine Freundschaft mit den Zigeunern. „Er fand“, schreibt er, „in der Heide vor der Stadt eine seltsame Siedlung vor.

Zigeunerlager Höherweg 1947
Foto: Stadtarchiv Düsseldorf 038-120-001

Es hatten sich da seit 1924 die Armen und Bedrückten, die vom Stempelgeld ihr Leben fristeten, aus Klamotten und alten Brettern winzige Häuschen gebaut. So sparten sie die teure Miete.“ Sie bezogen auch verlassene Baracken. Auch Otto Pankok hatte dort bei seinem Freund Vinzenz in einem Anbau seines einzimmerigen weißen Kästchens ein kleines Atelierställchen bezogen, zusammen mit dessen Hühnern. Hier lebte er mit seinen Freunden, den Zigeunern, denen er mit seinem Buch nachträglich in Wort und Bild ein literarisches Denkmal setzte. Die wilde Siedlung auf dem Heinefeld in Unterrath entstand auf einem Gelände, auf dem die Franzosen während des Ruhrkampfes nach dem I. Weltkrieg u. a. ein Munitionsdepot betrieben haben.

Die „wilde Siedlung“ war der Stadtverwaltung zwar ein Dorn im Auge. Gern hätte sie „dieses anarchistische, unvorschriftsmäßige Gemeinwesen, das neben dem frech pompösen Schlagetermonument sich erstreckte, wo die ersten Nazitreffen bereits arrangiert wurden, dem Erdboden gleichgemacht, doch es gab damals noch Gesetz und Rechtsprechung.“ Sie musste es dulden. Da Frankreich dieses Gebiet durch ein Versäumnis nicht an die Stadt zurückgegeben hatte, hatte diese keinen Zugriff darauf. Und Otto Pankok jubelte: „So blieb das Heinefeld seltsamerweise ohne Wissen der Franzosen französischer Boden, und die findigen Bewohner lehnten jede polizeiliche Einmischung und Einschüchterung lachend und erfolgreich ab.

Blick in den Zigeunerwagen – Höherweg 1947
Foto: Stadtarchiv Düsseldorf 038-120-025

Und alles ging seinen guten Gang, ohne Behörden und ohne Architekten, jedermann war sein eigener Maurer, Zimmermann und Dachdecker, Gärtner und Baupolizist, und der eine half dem andern mit Rat und Tat.“ Später kamen die Sinti dazu, stellten ihre Wohnwagen dort ab, montierten deren Räder ab und setzten die Kästen auf den Boden. Inmitten des Heinefeldes entstand so ein Zigeunerdorf, „und die große Reise durch die Jahrhunderte war zum ersten Mal ins Stocken geraten.“

Aber die Sinti erwarben dadurch einen festen Wohnsitz, der sie berechtigte, geringe soziale Leistungen und Stempelgeld (d. i. Arbeitslosengeld), wenn auch in bescheidener Höhe, zu beziehen. Aber dieses trügerische Idyll nahm bald sein Ende. „Wer hätte in jenen Tagen gedacht, daß dies für so viele das Ende der Reise sein würde“, klagte Otto Pankok, „wer hätte gedacht, dass nach wenigen Jahren Kerle in schwarzen Uniformen in das Dörfchen einbrechen würden, um mit Stahlpeitschen seine Bewohner zusammenzuschlagen und sie zu zwingen, mit Brecheisen die Wände ihrer Hütten einzustoßen, um für die Feste am Schlageter-Kreuz ein ‚Aufmarschgelände gewaltigsten Ausmaßes‘, wie das hieß, zu errichten?

Hier begannen die SS-Stiefel das Werk des Niedertrampelns. Noch bevor die Synagogen aufloderten, waren die Zigeunerfamilien hinter den Gittern des Stacheldrahtes zusammengepfercht, um später das jüdische Schicksal in den Todeslagern des Ostens zu teilen.“ Die Sinti und Roma wurden von privaten Stellplätzen vertrieben und im Juli 1937 auf Befehl an alle Polizeireviere genau erfasst, um sie im gerade fertiggestellten Zigeunerlager am Höherweg, wo heute die Automeile einlädt, zu internieren.

Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf beschreibt die Zustände im Zigeunerlager Höherweg so: „Durchschnittlich sieben Personen mussten sich im Zigeunerlager einen mit von außen verriegelbaren Eisentüren und vergitterten Fenstern versehenen Raum von nur 20 Quadratmetern teilen. Ganz besonders litten die etwa 200 dort Internierten unter der Brutalität des in einer Wachbaracke lebenden Polizei-Aufsehers.“

In den Morgenstunden des 16..Mai 1940 kamen Polizeifahrzeuge auf das Lagergelände. „… anhand einer vorgefertigten Liste wurden 130 Insassen auf Lastwagen verladen und nach Köln gebracht, wo die Düsseldorfer zusammen mit Sinti und Roma aus dem übrigen Rheinland in bereitstehende Viehwaggons getrieben und in das besetzte Polen deportiert wurden, um dort in Ghettos und Lagern eingesperrt zu werden.“ Die meisten von ihnen wurden von den Nazis ermordet.

„Den wenigen Überlebenden wurde in der Regel nach dem Krieg eine Entschädigung für die erlittene Verfolgung verweigert. Stattdessen wurden sie in Düsseldorf erneut an einer Stelle zusammengefasst: im ehemaligen Zigeunerlager am Höherweg. Welch eine Ironie!

Die Photos eines Pressephotographen und ehemaligen Kriegsberichterstatters vom Zigeunerlager Höherweg im Jahr 1949, wo die überlebenden Mitglieder des „fahrendes Volkes“ sich wieder versammelt hatten, zeigen idyllische Szenen. Otto Pankok hingegen blickte nicht so optimistisch in die Zukunft, wenn er an seine Freunde vom Heinefeld dachte: „Ach Freunde, wohin seid ihr verweht, wo seid ihr zertreten, in welche Gruben haben euch schutzlose Kinder die Würger verscharrt wie Dreck?“ – „Man zerrte sie fort in die Todeslager und die östlichen Schlachthäuser. Wir hörten die Kinder schreien und die Mütter schluchzen unter den Peitschen der braunen Henker. Wir sahen, wie man auf den Straßen die Sterbenden mit den Fäusten in die armen Gesichter schlug, daß sie den uniformierten Lumpen die Trottoire reinigten mit ihren letzten vergehenden Kräften.“

Und was ist aus dem großen Traum geworden? Otto Pankok spricht es aus im Vorwort zur 2. Auflage seines Buches, elf Jahre nach Erscheinen der 1. Auflage: „Die von den Zigeunern so sehnlich erhoffte Rückerstattung ihrer Lebensmöglichkeiten ist ausgeblieben. Schlecht riecht die Suppe, die man heute in den Wagen kocht. Die Reste dieses Volkes, des kindlichsten und schuldlosesten Europas, das in dieser Zeit der Schande die ungeheure Wolke von Todesstaub hinter sich gelassen, diese Reste sind dabei sich aufzugeben.“ – „Die letzten deutschen Zigeuner verschwinden, wie ihre Pferde und die lustigen Märkte verschwunden sind. Verschwunden sind die Heidewege und die großen Wälder, in denen man lagerte. … Die Jahrhunderte alten traditionellen Wege der Sippen laufen jetzt in enge und hart zementierte Pfade aus. Kein Raum mehr für lustige Wagen. Die harte Enge führt nur noch einzelne hierhin, irgendwohin und nirgendwohin.“



Mein Freund Coleman und das Schützenfest

Von Ruth Riegel

Vor dem Krieg wohnten wir in der Germaniastraße 34. An der Ecke zur Martinstraße gab es eine Gaststätte mit Zimmervermietung. Auf dem umzäunten Innenhof überwinterten regelmäßig Schausteller und Zigeuner, wie wir sie damals nannten, in bunten Wagen. Über meine Oma, die sich mit den fremden Frauen angefreundet hatte, hatte ich die einzigartige Gelegenheit, auf diesem Hof mit den Zigeunerkindern zu spielen. Wir spielten auch in den Zigeunerwagen. Sie waren ja so interessant und geheimnisvoll. Da war Coleman, ein gleichaltriger Junge, mit dem ich als kleines Kind gern spielte, und mit dem ich manchmal auf die Straße durfte. Die Bekanntschaft mit ihm und den anderen Kindern dort hatte einen großen Vorteil für mich. Die Familien hatten Karussells, auf denen ich fahren durfte, ohne zu bezahlen, und Schiffsschaukeln. Nur 1936 ging das nicht.

Mein Opa wurde Schützenkönig in Bilk. Schon vorher war meine Oma mit mir zum Frisör gegangen. Ich, die ich glattes Haar hatte, bekam zum Schützenfest Shirley- Temple-Locken. War ich stolz! Und im Bett wollte ich unbedingt sitzend schlafen, damit nichts an die Locken kam. Jetzt, wo mein Opa Schützenkönig geworden war, war es für mich selbstverständlich, mit in der Kutsche zu fahren. Als Prinzessin, die ich jetzt ja wohl war. Pustekuchen! Nichts war mit Kutsche und Kirmes und so. Ein Neffe meiner Oma, der Trompete spielte, kam aus Euskirchen. Der durfte in die Kutsche einsteigen. Und keiner, aber wirklich keiner hatte Zeit für mich. Geschweige denn, dass einer mit mir auf die Kirmes ging. Alleine aber durfte ich nicht. Vergeblich die schönen Locken.

Monate danach fand ich in einer Schublade die ganzen Schützenorden von meinem Opa. Die nahm ich mir, setzte mich auf die Straße und verkaufte sie für 10 Pfennig das Stück an meine Spielkameraden. Nur als dann einer der Jungen, dessen Vater auch bei den Schützen war, sie zu Hause zeigte, fiel alles auf. Alle Orden musste ich zurückholen. Man versprach mir, im nächsten Jahr wieder mit mir zur Kirmes zu gehen. Coleman habe ich dort wohl nicht mehr gesehen. Aber die Zigeuner kamen drei Jahre nach dem Krieg bei uns vorbei, um meine Oma zu besuchen. Sie hatten das KZ überlebt. Auch Coleman war dabei, der schon verheiratet war. Mit siebzehn Jahren!



Tag der Opfer des Faschismus am 27.01.2015

In unserer Sternwarte 1/2015 hatten wir Sie dazu aufgerufen, sich den 27. Januar zum Anlass zu nehmen, und die Stolpersteine zu pflegen, die der Künstler Gunter Demnig bisher in Düsseldorf verlegen ließ. Die Stolpersteine erinnern an die Namen und das Schicksal derer, die von Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurden.

Die Stolpersteine werden vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer verlegt, um das Gedenken wach zu halten. Unsere Heimatfreundin Martina Biermann hat die Steine besucht, für die die Bilker Heimatfreunde die Patenschaft tragen: die Stolpersteine von Leo Statz und Erich Klausener.

Dr Erich Klausener
Foto: Martina Biermann


Leo Statz
Foto: Martina Biermann





Aus dem Bilker Schützenverein
Das Titularfest 2015

Von Rene Krombholz

Am Sonntag, den 18. Januar 2015 hatten sich die Schützenkameraden zum Festhochamt anlässlich des Patronatsfestes der Bilker Schützen in der Martinskirche eingefunden. Unter den Klängen des Fanfarenkorps Freischütz und des Tambourcorps Sankt Martin marschierte die Gemeinschaft anschließend zum Saal der Friedenskirchengemeinde in der Florastraße. Dort begrüßte der erste Chef Hans-Dieter Caspers zahlreiche Ehrengäste aus

Interessierte Zuhörer auf dem Titularfest 2015
Foto: Rene Krombholz

Brauchtum, Wirtschaft und Politik. Nach einer musikalischen Einlage der beiden Musikzüge nahm Hans-Dieter Caspers zu den aktuellen Geschehnissen in unserem Land Stellung.

Er verwies in seiner Rede auf die, ohne Beanstandung vom Amtsgericht, genehmigte neue Satzung und sieht diese als ideales Mittel, den St. Sebastianus Schützenverein auf gutem Kurs zu halten. Der Bilker Schützenverein verfolgt eine politisch wie religiös neutrale Linie, wobei er Extremen von links und/oder rechts keine Plattform bietet.

„Im Bilker Verein wird kein Bewerber auf Grund seines Migrationshintergrundes, seiner Religion oder seiner gesellschaftspolitischen Überzeugung von der Mitgliedschaft ausgeschlossen, solange er die Gesetze unseres Staates beachtet und unsere Satzung anerkennt“, erklärte der erste Chef. Der anschließende lang anhaltende Beifall zeigte, dass er verstanden wurde. Zustimmendes Nicken auch am Tisch der Politik.

Weiter äußerte er seinen Unmut über die unklaren Entscheidungen unserer Gerichte anlässlich der Düsseldorfer Dügida Demonstrationen und den Umgang seitens einiger Zeitungen mit dem Schützenwesen. Wurde noch vor wenigen Monaten beanstandet, dass ein muslimischer Mitbürger kein König (in einer christlichen!

Ehre, wem Ehre gebührt:
Winfried Langerbeins und Thomas Blum
Foto: Rene Krombholz

Bruderschaft) werden durfte, so sieht das aktuell wieder ganz anders aus. Eine große deutsche Tageszeitung prangerte an, dass es in Deutschland (vor längerer Zeit) zwei! Schützen gegeben hat, die zum Islam gehören und bei den Schützen mit Waffen in Berührung kamen.

Vom Hauptvorstand bestätigt wurden die ersten und zweiten Hauptleute der Kompanien, sowie Sprecher der Jungschützen und neue Köpfe im Offizierscorps. Den Regiments-Verdienstorden als zweithöchste Auszeichnung des Bilker Vereins erhielten für ihre Verdienste Winfried Langerbeins (Germania Kompanie) und Thomas Blum (Dritte Grenadier Kompanie).

Sportwart Uli Müller gab den Aufstieg der Bilker Sportschützen in die Landesliga bekannt. Ohnehin war es ein gutes Jahr für die Bilker Truppe, die jetzt in etlichen Ligen aktiv ist. Weiter ehrte er die Sieger der Jubiläumspokale, die Vereinsmeister 2015 und Rindlaubkettensieger.

Die obligatorische und traditionelle Sammlung für einen guten Zweck ergab den stolzen Betrag von 625 E, die auf 700 E aufgestockt wurden.











Familienfrühstück
Am Sonntag, den 1. März veranstalten das Bürgerhaus Bilk und die AGB e V ab 10.30 Uhr das beliebte Familienfrühstück im Salzmannbau Neben einem reichhaltigen Buffet, gibt es wie immer einen musikalischen Live-Auftritt Familien mit Kindern sind herzlich willkommen, Kinderstühle und Spielmöglichkeiten sind vorhanden Der Eintritt beträgt für Erwachsene 6 Euro und für Kinder ab 8 Jahre 3 Euro Weitere Informationen und Reservierung von Plätzen montags bis freitags unter Telefon 0211 – 89 24 987

Tango-Salon
Am Donnerstag, 12. März, findet im Bürgerhaus Bilk von 18.00 – 22.00 Uhr wieder der beliebte „Tango-Salon“ im Salzmannbau statt Unter Anleitung von Tanzlehrer Erwin Neander können Singles und Paare Tango-Argentino tanzen, tanzen lernen und neue Freunde finden Tango-Argentino – Schritt für Schritt erlernen Tanzlehrer Erwin Neander erklärt die wichtigsten Grundschritte und einfache Figuren Das Erlernte kann danach direkt im Tango Salon auf dem Tanzparkett ausprobiert werden Jung und Alt, Anfänger und fortgeschrittene Tänzer sind herzlich willkommen Der Eintritt ist frei Weitere Informationen montags bis freitags unter Telefon 0211 – 89 24 987 im Bürgerhaus oder unter Telefon 0211 – 698 50 35 bei Herrn Neander.

Salsa-Tanzparty mit Salsa flow
Am Freitag, 13. März findet im Bürgerhaus Bilk von 20.00 – 24.00 Uhr eine „Salsa- Tanzparty“ unter Leitung von Georges Bouazo und Anna Braun statt Für wenig geübte Tänzerinnen und Tänzer gibt es um 20 30 Uhr einen kostenlosen Salsa- Schnupperkurs mit Anna und Georges Alle, die Freude an Salsa-Musik und am Tanzen haben, sind zur Party herzlich willkommen Der Eintritt ist frei Weitere Informationen unter Telefon 0211 – 89 24 987 im Bürgerhaus oder www salsa-flow de

„Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren!“
zum internationalen Frauentag

Anlässlich des diesjährigen Weltfrauentages veranstaltet der Deutsch-Iranische Frauenintegrationsverein (DIFI e V ) am Sonntag, dem 15. März, einen Kulturnachmittag, welcher ganz dem Thema „Tanz“ gewidmet ist Neben tollen stimmungsvollen Tanzaufführungen aus verschiedenen Kulturen, gibt es mehrere Mitmach-Tanzaktionen von Farahnaz & Liza (Orientalischer Tanz), Elina Mullick (Indischer Kathak und Bollywood Tanz), Anna Braun und Georges Bouazo (Südamerikanischer Salsa-Tanz) Zusätzlich gibt es an diesem Tag eine Ausstellung von Bildern zum Thema „Tanz und Bewegung“ der französischen Künstlerin Claudine Oliviero aus dem Salzmannbau zu sehen Die Organisatoren freuen sich über ein zahlreiches Erscheinen interessierter Frauen und selbstverständlich auch Männer Die Veranstaltung findet statt am Sonntag, 15. März, 16.00 – ca. 19.00 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro Weitere Infos unter: 0211 – 251 98 52

Kindersachenbörse
Das Bürgerhaus Bilk und die AGB e V veranstalten am Sonntag, 22. März von 10.00 – 14.00 Uhr eine Kindersachenbörse im Salz mannbau In gemütlicher, netter Atmosphäre kann man in Ruhe stöbern, plauschen und gut erhaltene Kinderbekleidung, Spielzeug und andere Dinge rund um das Kind von privaten Anbietern preiswert erwerben Eine Cafeteria sorgt für das leibliche Wohl Weitere Infos montags bis freitags an der Infothek im Bürgerhaus unter Telefon 0211 – 89 24 987

Konzert „Que e la per l’Italia – Bummel durch Italien“ mit Antonella Sellerio
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Aktive Alte in Bilk“ entführt uns Antonella Sellerio in die bunte musikalische Welt und das „Dolce Vita“ Italiens Antonella (Gesang und Gitarre) spielt Lieder über das Leben und die Liebe, erzählt Kuriositäten und Anekdoten über die Italienerinnen und Italiener Zwischen den Liedern gibt Antonella Erläuterungen in deutscher Sprache Diese Veranstaltung ist eine Kooperation von KOMMA e V , der AGB e V und dem Bürgerhaus Bilk, mit freundlicher Unterstützung durch den Seniorenbeirat Das Konzert findet statt am Mittwoch, 25. März – Beginn 15.00 Uhr. Der Eintritt ist frei Der Zugang ist barrierefrei Weitere Informationen unter: 0211 – 89 24 987

„Gesund & Bunter –
aus der Reihe, aus dem Bauch“ zum internationalen Frauentag

Anlässlich des diesjährigen Weltfrauentages veranstaltet der Verein Intermigras e V am Donnerstag, dem 26. März, einen Abend rund um das Thema Gesundheit im Bürgerhaus Bilk
Gezeigt werden Strategien zur selbstbestimmten, interkulturellen Gesundheit für Mädchen und Frauen Dabei werden beispielhaft Modellprojekte aus NRW vorgestellt An diesem Abend ist mit dabei Frau Susan Bagdach, syrisch-deutsche Referentin für interkulturelle Frauen- und Mädchen-Gesundheit Die Organisatorinnen freuen sich über ein zahlreiches Erscheinen interessierter Frauen und selbstverständlich auch Männer Der bunte Abend findet statt am Donnerstag, 26. März, Beginn 18.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 5 Euro bzw ermäßigt 3 Euro Weitere Infos unter: 0211 – 93 593 890 und www intermigras de

„Tango-Salon“
Am Donnerstag, 9. April, findet im Bürgerhaus Bilk von 18.00 – 22.00 Uhr wieder der beliebte „Tango-Salon“ im Salzmannbau statt Unter Anleitung von Tanzlehrer Erwin Neander können Singles und Paare Tango-Argentino tanzen, tanzen lernen und neue Freunde finden Tango-Argentino – Schritt für Schritt erlernen Tanzlehrer Erwin Neander erklärt die wichtigsten Grundschritte und einfache Figuren Das Erlernte kann danach direkt im Tango Salon auf dem Tanzparkett ausprobiert werden Jung und Alt, Anfänger und fortgeschrittene Tänzer sind herzlich willkommen Der Eintritt ist frei Weitere Informationen montags bis freitags unter Telefon 0211 – 89 24 987 im Bürgerhaus oder unter Telefon 0211 - 698 50 35 bei Herrn Neander

„Salsa Tanzparty“ mit Salsa flow
Am Freitag, 10. April, findet im Bürgerhaus Bilk von 20.00 – 24.00 Uhr eine „Salsa- Tanzparty“ unter Leitung von Georges Bouazo und Anna Braun statt Für wenig geübte Tänzerinnen und Tänzer gibt es um 20 30 Uhr einen kostenlosen Salsa- Schnupperkurs mit Anna und Georges Alle, die Freude an Salsa-Musik und am Tanzen haben, sind zur Party herzlich willkommen Der Eintritt ist frei Weitere Informationen unter Telefon 0211 – 89 24 987 im Bürgerhaus oder www salsa-flow de

„Familienfrühstück“
Am Sonntag, den 12. April veranstalten das Bürgerhaus Bilk und die AGB e V ab 10.30 Uhr das beliebte Familienfrühstück im Salzmannbau Neben einem reichhaltigen Buffet, gibt es wie immer einen musikalischen Live–Auftritt Familien mit Kindern sind herzlich willkommen, Kinderstühle und Spielmöglichkeiten sind vorhanden Der Eintritt beträgt für Erwachsene 6 Euro und für Kinder ab 8 Jahre 3 Euro Weitere Informationen und Reservierung von Plätzen montags bis freitags unter Telefon 0211 – 89 24 987

„Kindersachenbörse“
Das Bürgerhaus Bilk und die AGB e V veranstalten am Sonntag, 19. April von 10.00 – 14.00 Uhr eine Kindersachenbörse im Salzmannbau In gemütlicher, netter Atmosphäre kann man in Ruhe stöbern, plauschen und gut erhaltene Kinderbekleidung, Spielzeug und andere Dinge rund um das Kind von privaten Anbietern preiswert erwerben Eine Cafeteria sorgt für das leibliche Wohl Weitere Infos montags bis freitags an der Infothek im Bürgerhaus unter Telefon 0211 – 89 24 987

Catalina Valenzia

Konzert „Catalina Valenzia & Band“
am Samstag, den 25.04.2015

Die Sängerin Catalina Valencia hat in ihrer Heimat Kolumbien schon früh mit Jazz, Funk, Blues und anderen amerikanischen Musikrichtungen experimentiert Neben ihrem musikalischen Studium formten die urbanen Geschichten, sowie die Folklore ihres Heimatlandes Kolumbien ihren einzigartigen Musikstil Eine rhythmische Reise, zwei Welten musikalisch zu einem Catalina Valencia wird begleitet von ihrer Band mit Gert Kapo (Piano), Daniel Orejuela (Percussion) und Juan Camilo Villa (Bass) Die Veranstaltung ist eine Kooperation vom Verein KOM!MA e V und dem Bürgerhaus Bilk Das Konzert findet statt am Samstag, 25.04.2015 – Einlass 19.30 Uhr – Beginn 20.00 Uhr. Eintritt: 9 Euro / 5 Euro ermäßigt Tickets: Reservierung unter 0211 – 89 24 987 oder buero@komma-duesseldorf de

„Khale Suske und Agha Mushe“
eine interkulturelle Lesung in Deutsch und Farsi

Frau Mitra Zarif-Kayvan (Autorin in Farsi) und Herr Stephan Bloemer (Autor in Deutsch) lesen gemeinsam aus ihrem neuen Bilderbuch für Kinder „Khale Suske und Agha Mushe“ vor Eingeladen sind Kinder ab 5 Jahren mit ihren Eltern bzw Großeltern Die Geschichte von Khale Suske und Agha Mushe (Frau Kakerlake und Herr Maus) ist das bekannteste und beliebteste Märchen im Iran Im Anschluss an die Lesung gibt es eine Malaktion für Kinder Die Lesung findet statt am Sonntag, 26. April – Beginn 15.00 Uhr. Der Eintritt ist frei Weitere Infos unter: 0211 – 251 98 52


Julia i Lusya
Konzert „Romantische Lieder und Chansons“
mit Ludmila Baron und Julia Neyburg

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Aktive Alte in Bilk“ sind diesmal die Musikerinnen Ludmilla Baron und Julia Neyburg im Bürgerhaus Bilk zu Gast Ludmilla Baron ist eine bekannte Autorin und Interpretin, ihre Lieder komponiert sie aus eigenen Gedichten, sowie aus Texten von J Brodsky, O Mandelschtam, J Moriz und anderen russischen Autoren Julia Neyburg singt russische Volkslieder, die sie mit einer dunklen und warmen Stimme vorträgt Ihre angenehmen harmonierenden Stimmen und ihr virtuoses Gitarrenspiel machen jedes ihrer Konzerte unvergesslich.

Diese Veranstaltung ist eine Koopera tion von KOMMA e V , der AGB e V und dem Bürgerhaus Bilk, mit freundlicher Unterstützung durch den Senioren beirat Das Konzert findet statt am Mittwoch, 29. April – Beginn 15.00 Uhr. Der Eintritt ist frei Der Zugang ist barrierefrei Weitere Informationen unter: 0211 – 89 24 987

Das Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau), Himmelgeister Str. 107 h
ist erreichbar mit der Straßenbahnlinie 706 – Haltestelle „Am Steinberg“
und der Buslinie 835 – Haltestelle „Moorenstraße“.





Wenn Treffsicherheit versagt
und die Körperhaltung nicht stimmt


Von Jeff

Zählen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, einmal zusammen, wie viele Bedienungsanleitungen, Handbücher, Gebrauchshinweise, Leitfäden, Beipackzettel oder Verkehrs- und Benimmregeln Sie kennen und verstehen müssen, um all die kleinen und großen Helfer im Alltag, in der Freizeit und im Job zu nutzen! Ist man nicht oft schon genervt, wenn man vor Inbetriebnahme einer Neuerwerbung aufgefordert wird, „vor Inbetriebnahme des Gerätes die Bedienungsanleitung sorgfältig durchzulesen“?

Da sind oft viele Seiten durchzuarbeiten, auch stümperhafte Übersetzungen aus verschiedensten Sprachen, wenn man Pech hat Wer kann wohl von sich behaupten, bis zum Ende des Handbuches gekommen zu sein? Oft treibt den Verbraucher die Not aber, genauer hineinzuschauen, wenn die Neuerwerbung einmal nicht so will, wie sie soll.

Das kleinste Handbuch, das dem Chronisten je vorgekommen ist, entdeckte er vor einem halben Jahr in der Herrentoilette eines bekannten und edlen Fitness- Clubs an der Grenze von Bilk zu Unterbilk Es brauchte keinen besonderen Einband Es bestand nur aus einer einzigen Seite, auf der die Bedienungsanleitung des Urinals gedruckt war Sie umfasste nur 3 1/2 Zeilen In einer Auflage von nur zwei Exemplaren klebte es gut sichtbar für den User über den Urinalen an den Kacheln.

Das Handbuch war sozusagen eher ein Wandbuch Der Hinweis war nötig, denn da die Wasserspülung wegen der Fehlbedienung nicht immer ansprang, grinsten dem nachfolgenden Nutzer aus der Tiefe der Sanitärkeramik regelmäßig das bernsteinfarbene Abfallprodukt des kleinen Geschäfts an und gelegentlich auch verräterische Flecken von den Bodenfliesen Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch ekelerregend und unhygienisch für Andere Und es stinkt.

Der Hinweis, näher heranzutreten, damit die „Funkwelle“ der automatischen Spülung im Bedarfsfall auslöst, klebte ein halbes Jahr lang an den Kacheln Dieser Tage wurde er entfernt An den Missständen hat sich nichts geändert An der Automatik hat es nicht gelegen Die funktionierte bei vorschriftsmäßiger Benutzung die ganze Zeit über fast einwandfrei Anscheinend konnten einige Nutzer nicht lesen Oder sie verstanden die einfachen Anweisungen, die auf moderne Fremdwörter und Anglizismen verzichteten, nicht.

Dabei hat in der Regel fast jeder Besucher des Studios ein Handy mit den vielen nützlichen und auch unnötigen Funktionen, das er wie im Schlaf bedienen kann Das Handbuch zum Handy umfasst viele Seiten und kommt ohne Neologismen, das sind sprachliche Neubildungen, meistens aus dem Englischen, nicht aus Aber vor diesen 3 1/2 Zeilen, die nur drei längst gebräuchliche Fremdwörter enthalten, die aus dem Lateinischen stammen, versagt mancher.

Wie könnte man dem Übel abhelfen? Ein Kursus „Ziel-Weit-Pinkeln“ – gewiss eine Bereicherung für das umfangreiche Kursus- Angebot – könnte die Treffsicherheit verbessern, ein Personal Trainer könnte an der Haltung bei der kleinen Notdurft arbeiten.


Nachruf von Herrn Dechant Karl-Heinz Virnich
in den Pfarrnachrichten 02/15 der Kath. Kirchengemeinde St. Bonifatius.
Der Abdruck erfolgt mit seiner freundlichen Genehmigung.

Abschied von Pfarrer i. R. Helmut Junker


Kurz nach Weihnachten erreichte uns die Nachricht, dass der langjährige Pfarrer von St. Bonifatius, Helmut Junker, am 1..Weihnachtstag, verstorben ist.

Seit dem 19. September 1971 war er Pfarrer, bis er, wie vorgeschrieben, mit Vollendung seines 75. Lebensjahres, in den Ruhestand wechselte. Seinen Lebensabend verbrachte er zunächst in Düsseldorf-Benrath und später in Solingen. Immer wieder kam er zu besonderen Anlässen in „seine“ Pfarrei, wie beispielsweise jährlich zur Stiftungsmesse der Martins-Kompanie der Bilker Schützen.

In den 30 Jahren hat ihn die St. Bonifatius Gemeinde als unermüdlichen Seelsorger kennen- und schätzen gelernt. Hausbesuche zu verschiedenen Gelegenheiten, so zum Elternbesuch der Schulneulinge der hiesigen kath. Grundschule oder der Kommunionkinder, haben ihn fast alle Familien kennenlernen lassen.

Maßgeblich hat Pfarrer Junker zum Erhalt unserer kath. Bonifatius Schule beigetragen, wo er auch lange Jahre regelmäßig, in großem zeitlichen Umfang, Religion unterrichtete.
In seinen Amtsjahren ist die Pfarrei erheblich, durch Neubebauung, gewachsen. Das alles bewältigte er ab 1986 alleine, ohne Kaplan.

Die Sanierung der Alt-St. Martin- Kirche, der Einbau der „Meistermann- Kirchenfenster“ und überhaupt die Ausgestaltung der Pfarrkirche waren ihm ein wichtiges Anliegen.

Für all das und vieles andere ist ihm die Pfarre St. Bonifatius zu großem Dank verpflichtet.
Er hat die Gemeinde sehr geprägt und er wird uns als immer ansprechbarer, den Menschen zugewandter, Seelsorger in Erinnerung bleiben.
Dieser Dank soll zum Ausdruck kommen, in dem Pfarrer Helmut Junker im Priestergrab der Pfarrgemeinde seine letzte Ruhestätte bekommt.

Im Gebet und bei der Feier der heiligen Messe wollen wir mit ihm verbunden bleiben.

– Dechant Karl-Heinz Virnich –
leitender Pfarrer



Die Bilker Ringparabel

Gewidmet allen frommen Menschen in Bilk

von Jan Michaelis

Phil, Mustafa und David hatten sich sofort gemeldet, als es hieß, die Schule mache bei einem Mitmachzirkus mit. Sie wollten schon lange mit dem Diabolo und den Jonglierbällen auftreten und übten damit jede freie Minute. Endlich kam ihre Chance. Sie würden auftreten und berühmt werden. „Endlich bin ich ein Star“, dachte jeder von sich. Was für Aussichten. Sie konnten vor Vorfreude nicht schlafen.

Das Zelt war aufgebaut. Auf den Plakaten wurden die Schüler bereits angekündet, noch ohne ihre Namen einfach die ganze Schule. Aber das würde sich ändern, waren sich David, Phil und Mustafa einig, ohne zu wissen, dass sie dieser Ehrgeiz einigte. Ein Plakat zeigte den Zirkusdirektor. Darauf schaute ein Mann mit rosigen Wangen: Der große Zappelino.

Phil schlich zum Zirkuswagen des Direktors. Die Tür war offen. Mustafa kam hinzu. Der Junge klopfte. Dann spähte er durch die offene Tür. Aber der Direktor war nicht zu sehen. Phil wagte sich in den Wagen. „Warte!“, sagte Mustafa. „Das ist dem Direktor bestimmt nicht recht.“ „Feigling!“ Da ging Mustafa auch durch die Tür. Die Jungs sahen sich im Inneren des Zirkuswagens um. Dort hingen an einem Spiegel Postkarten von fernen Ländern. Plötzlich klopfte es.

Phil schreckte zusammen. Aber er atmete auf, als er David hereinspähen sah. „Was macht ihr drei da?“ sagte plötzlich eine warme Stimme. Die Jungs standen wie zu Salzsäulen erstarrt. „Ich bin es doch nur Lino Zappo, genannt der große Zappelino. Kein Grund zur Panik!“

Phil erzählte, dass er jonglieren könne, Mustafa erzählte das von sich auch und David erstrecht. Der große Zappelino schlug vor, gemeinsam zu jonglieren. „Nein, niemals!“, riefen alle wie aus einem Mund.

„Phil, du müsstest es doch besser wissen“, sagte Lino Zappo, „Du hast doch bei mir das Zaubern gelernt. Warum bist du denn jetzt so eigensinnig und egoistisch?“ „Das ist etwas anderes. Jetzt habe ich jonglieren gelernt“, sagte Phil, „Und damit will ich groß herauskommen, das steht mir zu, mir ganz allein.“ „Mir ganz allein?“, wunderte sich der große Zappelino. „Wenn das so ist?! Und die anderen: auch ganz allein?“ Mustafa und David nickten. Aber Zappo schüttelte nur den Kopf ohne Verständnis.

Dann sagte er: „Da ihr großartig jonglieren könnt, habt ihr eine Auszeichnung verdient vom größten Jongleur aller Zeiten: dem großen Kaskador, Gott hab ihn selig, leider ist er schon lange nicht mehr unter uns. Aber er hat mir seine berühmten goldenen Ringe vererbt. Sein Letzter Wille war, dass sie dem größten Jongleur nach ihm weitergegeben werden.“

Die Jungs konnten ihr Glück nicht fassen. Zappo gab jedem drei Ringe. Es waren die goldenen Jonglageringe des großen Kaskadors für seine weltberühmte Kaskade.

Die Jungs nahmen die drei goldenen Ringe und übten damit. Als der Zirkusauftritt näher kam, waren sie geübt darin und dachten, dass der Ruhm des großen Kaskador sich auf sie übertragen würde.

Sie warfen die Diabolos in die Luft und drehten sich dabei um ihre eigene Achse. Dann wirbelten sie die Bälle herum. Dann kamen sie zu ihren Tricks mit den Ringen. Aber die Menge buhte. Ein Pfeifkonzert ging los. Denn dem Publikum war noch zu gut in Erinnerung, wie meisterhaft der große Kaskador mit allen neun Ringen die berühmte Kaskade geworfen und gefangen hatte.

Die Jungs waren entsetzt, ihr Ruhm entglitt ihnen, sie waren jämmerliche Jongleure Sie gifteten sich an: „Deine Nummer ist billig!“ „Du kannst ja Garnichts!“ „Du bist ein Stümper!“ Und die Wut in ihnen stieg empor, bis sie die Ringe nach den anderen warfen, um sie zu treffen und zu verletzten Doch Mustafa, David und Phil fingen die Ringe und warfen sie zurück So sausten die goldenen Ringe als Geschosse zwischen den Jungs hin und her Jetzt waren sie vereint in einer wundervollen Jonglage zu Dritt.

Da jauchzte das Publikum Alle Zuschauer erhoben sich von den Zirkusbänken und klatschten rhythmisch Beifall Bis der große Zappelino in die Manege trat und den Finger an den Mund legte Dann sagte er: „Endlich habt ihr die Magie der Ringe gespürt und genutzt Jeder mit seinen Ringen ist nur ein ärmlicher Jongleur Aber mit allen neunen gemeinsam seid ihr meisterlich und in der Nachfolge des großen Kaskadors wachst ihr über ihn hinaus Jeder für sich, ist nichts Aber im Miteinander übertrefft ihr die Vorfahren “

Jan Michaelis wurde 1968 in Heilbronn geboren.
Der Schriftsteller aus Düsseldorf veröffentlichte „Geschichten aus Bilk“ im Sonderpunkt Verlag.
Erhältlich bei der Buchhandlung „Buch in Bilk“ auf der Suitbertusstraße.







Plakate zum Nachdenken

Von Jürgen Fuhrmeister



Foto: Jürgen Fuhrmeister

Um der wuchernden Wildplakatierung in der wirtschaftlich boomenden Reichshauptstadt Berlin entgegen zu wirken, wurden Mitte des 19. Jahrhunderts in Berlin Anschlagsäulen aufgestellt, an denen Plakate für alles Mögliche werben konnten. Ihr Erfinder, der Drucker Ernst Litfaß, erhielt am 5. Dezember 1854 vom Polizeipräsidenten die Genehmigung, seine Annoncensäulen, die später Litfaßsäulen genannt wurden, aufzustellen. Heute reichen die Litfaßsäulen nicht mehr aus, um all die auf großen Plakaten gedruckten Angebote – meistens von Veranstaltern der Unterhaltungsbranche – aufzunehmen.

Heute nutzt man noch dazu Plakatwände, Schaufenster, Häuserfronten, Säulen und Riesenbildschirme am Straßenrand. Dort drängeln sich unzählige Plakate, die zu Konzerten, Messen und anderen Veranstaltungen animieren, auf jeder freien Fläche. Auf der Sichtschutzwand der Baustelle der U-Bahn am Graf-Adolf-Platz zum Beispiel treten sie dichtgedrängt in langer Reihe auf. Darunter kein Plakat, das zum Nachdenken anregt.

Und das störte Piotr Zapasnik, den Studenten für Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Düsseldorf: „Ich finde, gerade kritische Plakate gehören in den öffentlichen Raum und müssen weg von Orten wie dem schwarzen Brett in der Uni“, diktierte er einer Reporterin der RP in den Block. Er hat im Rahmen seiner Abschlussarbeit 17 Plakate entworfen und zwischen Oktober 2014 und Februar 2015 auf 41 Düsseldorfer Werbeflächen zwischen die kommerziellen Plakate geschmuggelt. Natürlich mit Billigung und Unterstützung der Plakatfirma.


Foto: Jürgen Fuhrmeister

Diese Plakate fallen ins Auge in der langen Reihe der knallbunten textlich überladenen Produkte der Veranstalter, denn sie sind schlicht gehalten. DIN A1 groß, enthalten knappe Parolen und sind mit sparsamem Strich in Schwarz auf Weiß illustriert. Von den 41 Werbeflächen befindet sich ein Viertel allein in Bilk, Unterbilk und Hafen.

Der Design-Student hat in seinem Projekt D-facto in den letzten Monaten aufmerksam nach gesellschaftlich und politisch brisanten Themen Ausschau gehalten und wöchentlich zwei Plakate entworfen und geklebt. Man stutzt unwillkürlich, wenn man daran vorbeikommt, auch wenn man in Eile ist. Man verweilt einige Sekunden und versucht, den Inhalt zu entschlüsseln. Am Graf-Adolf-Platz schreit es dem Passanten entgegen:
LICHT AUS.

Geht es hier um Stromsparen, um Klimaschutz? Nein! Das Plakat daneben verkündet:
HUMOR LEBT WEITER,
eine Träne tropft herab und darunter schwingen zwei lachende Linien. Und das erinnert an die grausame Bluttat religiöser Fanatiker in Paris, die 12 Menschen in der Redaktion von Charlie Hebdo das Leben gekostet hat.

Die Plakate an einer Säule in der Unterführung am Bilker Bahnhof regen an über den Sinn oder Unsinn des lachenden :D nachzudenken, das dem Image Düsseldorfs dienlich sein soll. Sie stellen fest:
IMAGE BRAUCHT FACELIFT.
Die ungewöhnliche Schrifttype ist schwer zu entziffern und zwingt zum Verweilen. Weitere Themen sind zum Beispiel: „Taxis in Gefahr“ – „Bank verheimlicht Kunstschätze“ – „Viel Rad wenig Weg“ – “ Schuldenfreiheit kostet“ – „708 darf keiner U-Bahn weichen“. Mehr darüber ist anzuklicken unter www.d-facto.info.











Redaktionsschluss

für die nächste Ausgabe der Bilker Sternwarte ist
Freitag, der 17. April 2015

Impressum

Die Bilker Sternwarte

Herausgeber: Heimatverein Bilker Heimatfreunde e.V. - Präsident Erich Pliszka
Neusser Strasse 44, 40219 Düsseldorf , Telefon 0211/391564, E-mail:erich.pliszka@arcor.de

Redaktion: Susanne Garn

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in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder

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Gladbacher Straße 15, 40219 Düsseldorf, Postfach 260407, 40097 Düsseldorf
Telefon 912084-0, Telefax 912084-5, E-mail info@strack-storch.de

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Der Bezugspreis der "Bilker Sternwarte" ist im Jahresbeitrag enthalten

Die "Bilker Sternwarte" erscheint alle zwei Monate





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