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Online-Ausgabe der Vereinszeitschrift
61. Jahrgang · Ausgabe 3 · Mai / Juni 2015

Unsere Monatsveranstaltungen
Tag der offenen Tür im Archiv des Heimatvereins
Protokoll der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins
Das Rathaus-Kompendium
Statistik des Todes
Wo die Bombenangriffe auf Düsseldorf geplant wurden
Franz Jürgens und die „Aktion Rheinland“
Aus dem Gedenkgottesdienst zum Tag der Befreiung Düsseldorfs
Wohnungszwangsbewirtschaftung im Krieg und danach
Das Bilker Schützenfest vom 19. – 23. Juni 2015
Termine der Schützengesellschaft Bilker Heimatfreunde im Mai + Juni
Rückblick: Das Osterfeuer 2015
Festkonzert der Sangesfreunde Düsseldorf-Bilk 1858
Termine im Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau) im Mai + Juni
Filmpremiere: „20 Jahre Salzmannbau“
Termine des Westdeutschen Autorenverbandes im Mai + Juni
Veranstaltungsabend der Bilker Heimatfreunde: Ein Knochenjob
Der unbemerkte Wandel
Buchempfehlung von Martina Biermann
Rapunzel kämpft gegen Schwarzarbeit
Aufruf der Redaktion / Redaktionsschluss Juli/August 2015


Auf unserer Titelseite:

Der Vorstand der Bilker Heimatfreunde, Foto: Christiane Esser
Märchenhafte Briefmarke, Erstausgabetag: 21. November 1978, Foto: gemeinfrei
Bronzerelief von Franz Jürgens, Foto: Edition Virgines









Die Einladung zur Jahreshauptversammlung und die Tagesordnung wurden termingerecht in der Januar/Februar- und März/April-Ausgabe der Zeitschrift des Heimatvereins Bilker Heimatfreunde e. V. „Die Bilker Sternwarte“ veröffentlicht.

TOP 1


Immer wieder ein Hingucker:
Die Vereinsfahne der Bilker Heimatfreunde

Der Präsident Erich Pliszka eröffnete die Jahreshauptversammlung und begrüßte die anwesenden Mitglieder. Er zeigte sich erfreut über den sehr gut besuchten Saal und dankte den Anwesenden für ihre Verbundenheit mit dem Heimatverein und ihr Interesse, den Verein mitzugestalten.

Ein besonderer Gruß galt dem anwesenden Ratsherren Udo Figge. Von der Bezirksvertretung 3 konnte der Präsident Herrn Ralf Klein begrüßen. Vom St.-Martinus- Krankenhaus hieß er den Chefarzt der Inneren Abteilung Herrn Dr. Wenning und den Chefarzt der Anästhesiologie Herrn Dr. Hoor willkommen.
Alle vorgenannten Herren sind natürlich Mitglieder des Heimatvereins. Von den Martinsfreunden Bilk begrüßte Erich Pliszka den 1. Vorsitzenden und Heimatfreund Klaus-Dieter Möhle sowie den 2. Vorsitzenden Dirk Jehle. Vom Vorstand des Heimat- und Bürgervereins Volmerswerth wurde der 2. Vorsitzende und zugleich Kassierer des Fördervereins Historischer Schulgarten Räuscherweg e. V. Theo Hilger ebenfalls vom Präsidenten begrüßt.

Vom St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf-Bilk begrüßte Erich Pliszka den 1. Chef und Träger des Großen Bilker Ehrensterns Hans-Dieter Caspers. Von den Kompanien begrüßte er den 1. Hauptmann der Tell Kompanie Erich Boß und seine Frau Uschi. Von der Schützengesellschaft Bilker Heimatfreunde wurde der 1. Hauptmann Michael von Locquinqhien begrüßt. Desweiteren konnte der Präsident das neu gekrönte Königspaar des Jägerbataillons Norbert und Gertrud Meister begrüßen. Ein besonderer Gruß des Präsidenten ging an die anwesenden Jubilare und die Neumitglieder des Heimatvereins. Anschließend wurde mit einer Gedenkminute an die im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder gedacht.

Präsident Erich Pliszka ehrt Franz Krischak für 40 Jahre Mitgliedschaft.
Schatzmeister Udo Figge und Geschäftsführer Toni Feldhoff freuen sich mit.
Foto:Christiane Esser

Die Beschlussfähigkeit der Versammlung wurde festgestellt. Gegen die veröffentlichte und festgelegte Tagesordnung erhob die Versammlung keine Einwände.

TOP 2

Der Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2014 wurde vom Geschäftsführer Toni Feldhoff vorgetragen. Aus der Versammlung wurden keine Einwände zum Jahresbericht erhoben. Erich Pliszka dankte Herrn Feldhoff für den ausführlichen Geschäftsbericht.

TOP 3

Wie in den vergangenen Jahren wurden nun die langjährigen Mitglieder geehrt. Zunächst wurde Franz Krischak für 40 Jahre Mitgliedschaft in unserem Heimatverein durch den Präsidenten Erich Pliszka mit der goldenen Nadel mit Kranz und einer Ehrenurkunde geehrt. Dann erfolgte durch den Präsidenten die Ehrung der langjährigen Mitglieder, die auf 25 Jahre und 12 Jahre Mitgliedschaft in unserem Heimatverein zurückblicken können.
Im Anschluss erfolgte die Begrüßung der Neumitglieder, die im Laufe des vergangenen Jahres und in den ersten Monaten des neuen Jahres dem Verein beigetreten sind. Sie erhielten ihren Mitgliedsausweis und die Vereinsnadel von Erich Pliszka persönlich überreicht.

TOP 4

Der Schatzmeister Udo Figge verlas den Kassenbericht für das Geschäftsjahr 2014. Zurzeit betragen die Außenstände nur 396,00 E. Der Präsident dankte Herrn Figge für die ausführliche Berichterstattung.

TOP 5

Anschließend trug die Kassenprüferin Christiane Esser der Versammlung den von ihr und Annemarie Nikolaus erstellten Kassenprüfungsbericht vor. Die im Kassenbericht vorgetragenen Zahlen konnten von den Kassenprüferinnen bestätigt werden. Dem Schatzmeister wurde eine hervorragende Führung der Kasse bescheinigt und ihm für die vorbildliche Arbeit für den Verein gedankt. Die Kassenprüferinnen schlugen der Jahreshauptversammlung die Entlastung des Vorstandes vor.

TOP 6

Dem Vorstand wurde von der Jahreshauptversammlung die Entlastung einstimmig erteilt. Die Vorstandsmitglieder enthielten sich der Stimme.

TOP 7

Zu den diesjährigen Vorstandswahlen standen folgende Vorstandsämter zur Wahl:

1. Das Amt der Schriftleiterin
2. Das Amt der stellvertretenden Geschäftsführerin
3. Das Amt des stellvertretenden Schatzmeisters.

Der Vorstand unterbreitete der Versammlung folgende Vorschläge zu den anstehenden Wahlen:
Schriftleiterin Susanne Garn
Stellv. Geschäftsführerin Susanne Versen
Stellv. Schatzmeister Michael Dreier

Aus der Versammlung wurden zu den Wahlen der Vorstandsämter keine weiteren Vorschläge gemacht. Die anschließenden Wahlen erfolgten per Handzeichen. Alle vorgeschlagenen Kandidaten wurden von der Versammlung einstimmig gewählt. Alle Gewählten nahmen die Wahl an.
Weiterhin standen 3 Vorstandsämter für Sonderaufgaben zur Wahl. Hierfür unterbreitete der Vorstand der Versammlung folgende Vorschläge:

Michael Bürger
Manfred Biermann
Dirk Jehle

Aus der Versammlung wurden zu den Wahlen der Ämter für Sonderaufgaben keine weiteren Vorschläge gemacht. Die anschließenden Wahlen erfolgten per Handzeichen. Alle vorgeschlagenen Kandidaten wurden von der Versammlung mit 2 Stimmenthaltungen gewählt. Alle Gewählten nahmen die Wahl an.

TOP 8

Die Wahl der Kassenprüfer erfolgte nach Vorschlägen aus der Jahreshauptversammlung. Folgende Personen wurden vorgeschlagen und gewählt:

1. Kassenprüferin: Annemarie Nikolaus
2. Kassenprüferin: Helga Nikolaus.

Als Stellvertreter wurden gewählt:

1. Stellvertreterin: Iris Benda
2. Stellvertreter: Herr Tacke.

Die Wahl erfolgte einstimmig. Alle Gewählten nahmen auch hier die Wahl an.

TOP 9 Verschiedenes

Dirk Jehle berichtete über die Flüchtlingsbetreuung im Stadtbezirk 3 und bat die Versammlung darum, diese zu unterstützen. Im Anschluss verteilte er entsprechende Formulare.

Der Präsident verwies auf das Frühlingsfest des Fördervereins Historischer Schulgarten am Räuscherweg am 10.05.2015 von 14:00 – 18:00 Uhr.

Der nächste Veranstaltungsabend mit dem Thema Sachstandsbericht zu den Folgen des Orkantiefs Ela an Pfingsten 2014 findet am Montag, den 27.04.2015 statt.

Der Präsident schloss die Jahreshauptversammlung mit dem Dank für die rege Teilnahme der Anwesenden um 21:10 Uhr.

Düsseldorf, 13.04.2015
gez. Michaela Herter, Protokollführerin
Erich Pliszka, Präsident

Da strahlt der Präsident: Erich Pliszka umringt von
neuen Mitgliedern und eingerahmt von Kassierer und Geschäftsführer.
Foto:Christiane Esser





Das Rathaus ist das Herzstück der Düsseldorfer Stadtgeschichte und Stadtpolitik, doch nur wenigen war bisher ein Blick hinter die Mauern des altehrwürdigen Gebäudes vergönnt. Im „Rathaus-Kompendium“ schauen Edmund Spohr und Hatto Küffner hinter die Kulissen der Düsseldorfer Schaltzentrale und dokumentieren ihre Geschichte und Traditionen.

Als elfter Teil der Reihe „Düsseldorf. Eine Stadt zwischen Tradition und Vision“ ist das „Rathaus- Kompendium“ das zweite umfassende Buch zum Düsseldorfer Rathaus und bietet mit über 960 Abbildungen ein informatives und anschauliches Stück Düsseldorfer Stadtgeschichte.

Zum ersten Mal werden ausführlich das Goldene Buch und das Gästebuch der Stadt dargestellt. Darin kann nicht nur Düsseldorfer Stadtgeschichte nachvollzogen werden, auch die große Weltpolitik fand durch Gäste wie das japanische Kaiserpaar, Sven Hedin oder den ägyptischkoptischen Patriarchen Shenouda III. ihren Weg in die Ehrenbücher. Kenntnisreich beschreiben die Herausgeber die Bedeutung des Stadtrates, geben Auskunft über die bisherigen Oberbürgermeister und erläutern die Insignien der Amtsträger.

Neu aufgerollt wird die Geschichte des Stadtwappens, wodurch ein interessanter Blick auf die Verflechtungen der Grafen von Berg mit der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt gelingt. Da das Wappen aber nicht nur Hoheitszeichen der Stadt ist, sondern seit Jahrhunderten gerne adaptiert wurde, widmet sich ein umfangreiches Kapitel der Verwendung des Löwen mit Anker in der Architektur, aber auch bei Bürger- Schützen- und Karnevalsvereinen. Dadurch wird das Buch für Freunde des Düsseldorfer Brauchtums zu einer wahren Fundgrube.. Neu aufgerollt wird die Geschichte des Stadtwappens, wodurch ein interessanter Blick auf die Verflechtungen der Grafen von Berg mit der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt gelingt. Da das Wappen aber nicht nur Hoheitszeichen der Stadt ist, sondern seit Jahrhunderten gerne adaptiert wurde, widmet sich ein umfangreiches Kapitel der Verwendung des Löwen mit Anker in der Architektur, aber auch bei Bürger- Schützen- und Karnevalsvereinen. Dadurch wird das Buch für Freunde des Düsseldorfer Brauchtums zu einer wahren Fundgrube.

Edmund Spohr / Hatto Küffner (Hg.)
Rathaus-Kompendium.
Bürgermeister, Ehrungen, Ehrenbürger,
Goldenes Buch, Stadtwappen, Vereine. 1288 – 2013.

292 Seiten, gebunden, 968 Abbildungen
38,00 Euro, ISBN 978-3-7700-1535-1



Unser Leser und Autor Friedhelm Riegel brachte von seinem Besuch im Royal Air Force Museum in London neben einigen Fotos eine illustrierte Broschüre „A Very Special Lancaster“ mit, die den grausigen Lancaster Bomber verherrlicht, der im II. Weltkrieg bei jedem Angriff 14.000 lb (Pound) an Munition und Bomben laden konnte. Das sind über 6 t tödlicher Fracht.

Riegel berichtet: „Jeder Lancaster Bomber hatte drei Besatzungen, je sieben Mann. Kam eine Maschine vom Einsatz zurück, wurde sie gewartet und wieder mit todbringender Last beladen. Die nächste Crew startete dann mit neuem Ziel.“ Auf einem großformatigen Foto in der Broschüre posierten am 8. Mai 1975 fast 50 Veteranen neben dem Bug in Gesellschaft eines „old friends“, des schrecklichen Lancaster Bombers.

Seitlich unterhalb der Kanzel sind 137 Bomben aufgemalt, was bedeuten soll, dass diese Kriegsmaschine 137mal Tod und Verderben gebracht hat. Eine schreckliche Statistik! Neben dieser „Strichliste“ der Spruch: „NO ENEMY PLANE WILL FLY OVER THE REICH TERRITORY. HERMAN GOERING“. Das ist die freie Übersetzung eines Ausspruchs, den der ehemalige Chef der Luftwaffe Hermann Göring bei Kriegsanfang in einer Rundfunkansprache hinausposaunt haben soll: „Wenn auch nur ein feindliches Flugzeug unser Reichsgebiet überfliegt, will ich Meier heißen.“ Es kamen viele. Manchmal sollen es 1.000 bei einem Angriff gewesen sein, z. B. am 30. Mai 1942, bei einem 1.000-Bomber- Angriff auf Köln.

Mit buchhalterischer Exaktheit werden in dieser Schrift 86 Einsätze einer bestimmten Einheit statistisch erfasst. Wir erfahren, wann der Angriff geflogen wurde mit Datum, Dauer des Einsatzes (in der Regel 3 – 5 Stunden), Ziel und den Namen der Crew. Das sind Captain, Flight Engineer, Air Bomber, Navigator, Wireless Operator und zuletzt Mid-upper Gunner und Rear Gunner, zwei der vier Schützen an Browning-Maschinengewehren. Einen Lancaster Bomber flog Pilot McClelland am 3. November 1943 nach Düsseldorf und zurück.

An Bord eine 4.000 lb (fast 1,8 t) schwere Luftmine, 108 Brandbomben zu 30 lb und 1.580 Stabbrandbomben zu 4 lb. Dieser Angriff galt u. a. Bilk, Hafen, Unterbilk und Friedrichstadt. Sonderbar ist, dass die Düsseldorfer Luftschutzpolizei für diesen Bombenangriff neben 7 Luftminen und 10 Sprengbomben nur 10 Brandbomben meldete. Das geht aus einer Liste hervor, die Mitarbeiter des Stadtarchivs vor einiger Zeit durch Auswertung der dort archivierten Luftschutzberichte der örtlichen Mitarbeiter der Luftschutzpolizei an den Polizeipräsidenten zusammengestellt haben.

Die Bilker Sternwarte berichtete von dieser Liste in der Ausgabe 3/2014. In ihr fehlt auch ein Bombenangriff vom 25. auf den 26. Mai 1943, bei dem eine Lancaster derselben Einheit 10 schwere Bomben über Düsseldorf abwarf. So viel über Verlässlichkeit von Statistiken!

Wir geben zu, dass dieses Zahlenspiel um Tod, Trauer und Vernichtung von mindestens zwei Seiten zu betrachten ist. Die Machthaber der Opfer wirken beschwichtigend auf ihre Untertanen ein, indem sie die wahren Schäden und die Zahl der Opfer kleinreden und verharmlosen. Die Sieger – hier die britischen Bomber-Besatzungen – stilisieren sich zu Helden mit beeindruckenden Zahlen. Beides ist schrecklich. Aber so scheint es wohl normal zu sein bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen auf der Welt. Damals und heute.



Wir waren wieder mal in London, meine Frau und ich, in dieser geschichtsträchtigen interessanten Stadt, die wir so lieben. Wir bummelten über die Downing Street, um zu dem gegenüberliegenden Horse Guards zu gehen. Auf dem Innenhof findet alljährlich die Geburtstagsparade für Queen Elizabeth statt. Zufällig entdeckten wir ein unscheinbares Schild mit der Aufschrift „Cabinet War Room“, das auf eine Treppe hindeutete, die in den Keller führte. Neugierig stiegen wir die Treppe hinunter und standen dann mitten in den Räumen, in denen während des Krieges unter der Leitung von Winston Churchill das Kriegskabinett tagte.

Alles war im Originalzustand gelassen worden. Hier standen noch das Bett von Churchill, sein Schreibtisch mit dem roten Telefon und der Konferenztisch. In einem Nebenraum befanden sich Stadtpläne von allen möglichen Städten an den Wänden. Wir brauchten nicht lange zu suchen, da fanden wir den Düsseldorfer Stadtplan. Besonders rot markiert war der Bilker Gaskessel, den ich als Kind von unserem Balkon aus sehen konnte.
Fassungslos starrten wir auf die Karte, denn auch meine Frau wohnte ja während des Krieges ganz in seiner Nähe. Sofort spürten wir die Angst wieder, die wir bei jedem Fliegeralarm hatten. Waren doch Anfang des Krieges an die Nachbarn Gasmasken ausgeteilt worden für den Fall, dass eine Bombe den Gaskessel treffen würde. Erst nach dem Krieg erfuhren wir, dass in dem Gaskessel gar kein Gas war. Unsere Angst war unbegründet.

Uns wurde bewusst, dass genau hier im II. Weltkrieg die Bombenangriffe auf Deutschland geplant wurden, auch die auf Düsseldorf. Ein weiterer Hinweis erregte unsere Aufmerksamkeit. Die Flugzeuge und alles dazu gehörende Kriegsmaterial waren in Hendon, einem Stadtteil von London, im Royal Air Force Museum zu besichtigen. Gleich am nächsten Tag fuhren wir mit der Untergrundbahn nach Hendon. Da standen sie, alle Flugzeuge, die während des Krieges im Einsatz waren, auch deutsche Maschinen.


Bilker Gasometer 1930
Foto: Stadtarchiv Düsseldorf 030-220-003
Besonders beeindruckend die mächtigen und gefürchteten Lancaster Bomber, die auch über Düsseldorf ihre todbringende Fracht abgeworfen hatten. Einen Moment stockte uns der Atem und eine Gänsehaut lief uns über den Rücken. Sollten wir nun wütend sein? Widerstreitende Gefühle befielen uns. Trotz dieser schrecklichen Erinnerungen waren wir fasziniert von diesem riesigen Flugzeug. Die Besatzung hatte für jeden Einsatz, den sie geflogen hatte, eine Bombe auf den Rumpf gemalt. Es waren viele Bomben, viel zu viele.

Den Gaskessel gibt es schon lange nicht mehr. Er stand 1930, wie das Foto zeigt, auf freiem Feld in der Fleher Straße gegenüber der Einmündung der Merkurstraße. Als Bilker Gasometer war er noch viele Jahre nach dem Krieg zu bestaunen.



Dieser Platz in Unterbilk hieß früher Mackensenplatz, benannt nach dem preußischen Generalfeldmarschall August von Mackensen, siegreich in Schlachten im ersten Weltkrieg. Vor 70 Jahren beherbergte das mächtige Klinker-Gebäude des preußischen Staates unter der Hausnummer 5 – 7 u. a. die Zollfahndungsstelle, die Staatliche Kreiskasse, vier Dienststellen der SS und das Polizeipräsidium nebst dem 6. Polizeirevier und der Polizeikantine.

Und in diesem Gebäude spielten sich in den letzten beiden Tagen des II. Weltkrieges dramatische Ereignisse ab, die über das Schicksal der geschundenen Stadt Düsseldorf entscheiden sollten. Eine Gruppe beherzter Düsseldorfer Bürger versuchte, ihre Heimatstadt vor der völligen Zerstörung zu bewahren. Franz Jürgens half ihnen dabei und wird heute auf dem Namensschild des Platzes geehrt.

Zu dieser Gruppe gehörten der Architekt Aloys Odenthal aus Gerresheim und Theodor Winkens, Amtsgehilfe im Polizeipräsidium. Da dieser mit einer Jüdin verheiratet war und sich nicht von ihr scheiden lassen wollte, wurde er 1937 aufgrund des Gesetzes „zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ aus seinem Amt entlassen. Beide teilten ihre Abneigung gegen den Nationalsozialismus.

Sie saßen vor dem Krieg oft zusammen und diskutierten die politische Lage. Klaus-Fr. Dönecke, Polizeihauptkommissar, der im Polizeipräsidium seit vielen Jahrzehnten die Rolle der Polizei im Nationalsozialismus erforscht, weiß zu berichten, dass Aloys Odenthal, der aus einer zutiefst religiösen Familie in Gerresheim stammte, bereits im Jahre 1933 mehrfach Hitlers Buch „Mein Kampf“ gelesen hat. Dabei habe er festgestellt, dass das Programm der Nazis sich nicht mit seinen christlichen Vorstellungen vereinbaren ließ. Insbesondere war er von Hitlers Ansichten über die Juden schockiert.

Zu dem kleinen Gesprächskreis gesellte sich der Rechtsanwalt Dr. Karl Müller, und über ihn nahm man 1943 Kontakt auf zu einem Kreis in der Innenstadt um Rechtsanwalt Dr. August Wiedenhofen mit dem Schreinermeister Ernst Klein, dem Bäckermeister Josef Lauxtermann, dem Malermeister Karl Kleppe und dem Ingenieur und Kaufmann Josef Knab. Im Sommer 1944 schloss sich Dr. Dr. Otto Götsch, stellvertretender Polizeipräsident von Düsseldorf, der Gruppe Wiedenhofen an. Ihr gemeinsames Ziel war es, ein neues Deutschland zu schaffen ohne das verhasste Naziregime. Konkrete Aktionen waren aber noch nicht geplant.

Die Skagerrakbrücke etwa um 1944 – „Fotografieren verboten“
Foto: Stadtarchiv Düsseldorf 120-200-001

Das Kriegsgeschehen näherte sich Düsseldorf. Seit dem Februar 1945 hörte man aus der Ferne Kanonendonner. Düsseldorf war Frontstadt geworden und am 28. Februar schlug die erste feindliche Granate in Oberbilk ein. Am 1. März hatte die 83. USInfanteriedivision der Amerikaner die Nachbarstadt Neuss und die linksrheinischen Stadtgebiete Düsseldorfs besetzt. Ihr Ziel war es, von hier aus den Rhein zu überqueren. Das war aber nicht mehr erreichbar, da die Südbrücke und die Hammer Eisenbahnbrücke inzwischen von den Deutschen gesprengt worden waren. Am 3. März besetzten die Amerikaner, ohne großen Widerstand überwinden zu müssen, die linksrheinischen Stadtteile und standen vor der jetzt ebenfalls gesprengten Oberkasseler Brücke, die damals noch Skagerrakbrücke hieß. Der Vormarsch der Amerikaner war zunächst gestoppt.

Aber der II. Weltkrieg war für Deutschland verloren. Die Wehrmacht war geschlagen und befand sich auf dem Rückzug. In weitem Bogen schlossen die britischen und kanadischen Truppen, die am 24. März im Norden bei Wesel den Rhein überquert hatten, und die amerikanischen, die am 7. März nach Eroberung der Eisenbahnbrücke bei Remagen über das Siegerland auf Lippstadt vorstießen, dort am 1. April den Ring um die deutschen Verbände auf der rechten Rheinseite. Unterdessen stießen andere amerikanische Verbände rechtsrheinisch von Remagen aus über Bergisch-Gladbach und Leverkusen auf Düsseldorf und Solingen vor.

Die Überlebenden der Widerstandsgruppe
Dr. Wiedenhofen: Stehend v. l. Alois Odenthal,
Ernst Klein, Joseph Lauxtermann. Sitzend v. l.
Dr. Karl August Wiedenhofen, Dr. Karl Müller

Foto: Stadtarchiv Düsseldorf 128-300-001

Am 28. März 1945 erlässt Gauleiter Friedrich Karl Florian den Befehl, die ganze Stadt zu evakuieren und niederzubrennen. Alle wichtigen Einrichtungen wie Brücken, Straßen, Versorgungsleitungen und Bauwerke sollten zerstört werden. Verbrannte Erde für die Alliierten. Florian, der einst geplant hatte, die Gauhauptstadt Düsseldorf zu einer Musterstadt des Nationalsozialismus auszubauen, wollte ihren Untergang.
Glücklicherweise wurde dieser Befehl nicht ausgeführt, weil der zuständige Verleger sich geweigert haben sollte, ihn zu drucken. Angeblich wegen Papiermangels! Man fürchtete auch, dass die Stadt durch einen letzten Bombenangriff, vielleicht sogar durch einen der gefürchteten 1000-Bomber-Angriffe endgültig ausradiert werden sollte, dass kein Stein auf dem anderen bleibt.
Ebenfalls am 28. März machte sich Carl Haidn (seit 1939 Oberbürgermeister) aus dem Staub. Er fuhr offiziell auf Dienstreise nach Süddeutschland in einer Uniform des DRK. Im Wagen ein großer Koffer, eine Kiste Weinbrand, erzählte der Fahrer. Er ließ seine Stadt mit noch etwa 250.000 Bürgern in schwerer Zeit im Stich.


Einmarsch der amerikanischen Truppen in
Düsseldorf am 17.4.1945.
Panzer vom Typ Pershin rollen
über die Flurstraße in Richtung Dorotheenplatz

Foto: Stadtarchiv Düsseldorf 128-400-001
Schon am 15. Februar reifte in der Widerstandsgruppe um Dr. Wiedenhofen und Odenthal der Entschluss, aktiv einzuschreiten und die Stadt vor dem völligen Untergang zu retten. Der Polizeihistoriker Klaus-Fr. Dönecke schreibt dazu für die Geschichtswerkstatt: „Innerhalb der Gruppe hatte man erkannt, dass man die Hilfe einer bewaffneten Organisation benötigen würde, um ein derartiges Vorgehen in die Tat umsetzen zu können. Man traute weder der NSDAP, noch der Wehrmacht oder dem Volkssturm, da diese Organisationen für ihre Regimetreue bekannt waren. Die Schutzpolizei schien die einzige Möglichkeit zu sein, den Plan zu verwirklichen.“

Durch den stellvertretenden Polizeipräsidenten Dr. Dr. Otto Götsch erfuhren sie, dass Oberstleutnant Franz Jürgens, der Kommandant der Schutzpolizei, nicht mehr an den Endsieg glaubte. Klas Ewert Everwyn stellt ihn in seiner soeben erschienenen Novelle „Opfergang des Polizisten Franz Jürgens“ nicht als Held dar. Eher als pflichtgetreuen Soldaten, der um seine Karriere bemüht ist, und als treusorgenden Ehemann. Nicht als Widerstandskämpfer, sondern als einen Menschen, der zur rechten Zeit seinen Verstand gebraucht hat.



Am 16. April 1945 wurde die Widerstandsgruppe aktiv. Sie versammelte sich in der Wohnung von Dr. August Wiedenhofen und wartete auf einen Anruf von Franz Jürgens. Der kam gegen 13 Uhr. Was er sagte, lesen wir bei Dönecke: „Man müsse unverzüglich handeln. Die amerikanischen Truppen stünden vor den Toren der Stadt; Partei und Wehrmacht bereiteten die Verteidigung bis zur letzten Sekunde vor.“ Von der Gruppe, die sich ab jetzt „Aktion Rheinland“ nannte, begaben sich Odenthal, Dr. Wiedenhofen, Knab, Dr. Müller und Andresen zu Jürgens ins Polizeipräsidium und beschlossen, dass Dr. Wiedenhofen, Dr. Müller und Odenthal als Parlamentäre zu den Amerikanern fahren, die aus Richtung Mettmann anrückten, um mit ihnen über eine kampflose Übergabe der Stadt zu verhandeln.

Nachdem Jürgens zusammen mit der Gruppe den Polizeiprädidenten August Korreng verhaftet hatte, warteten Dr. Wiedenhofen und Odenthal in einem Polizeiauto auf Dr. Müller, der aber nicht mehr kommen konnte, da die Aktion verraten worden war. Sie fuhren los, versehen mit einem provisorischen Ausweis und weißer Fahne. In Gerresheim entließen sie den Fahrer mit dem Polizeiauto, damit dieser nicht in Kriegsgefangenschaft geriet, und schlugen sich zu Fuß zu den Amerikanern durch. Sie überzeugten sie davon, dass sich Düsseldorf kampflos ergeben werde.

Am 17. April rückten 800 amerikanische Soldaten, ohne auf Widerstand zu stoßen, bis zum Polizeipräsidium am Mackensenplatz vor. Auf den ersten zwei von acht Panzern saßen Odenthal und Wiedenhofen. Zu der Zeit waren fünf ihrer Freunde aber schon tot. Eine Gedenktafel an der Jürgens-Gedächtnisstätte erinnert an sie.

Noch in der Nacht zum 17. April wurden sie in einem Standgerichtsverfahren wegen Kriegsverrats zum Tode verurteilt und auf dem Hof des heutigen Franz-Jürgens- Berufskollegs an der Färberstraße von einem Exekutionskommando der Polizei erschossen. In vier Gerichtsverfahren zwischen 1948 und 1952 bis hoch zum Bundesgerichtshof wurde das Standgerichtsverfahren für rechtmäßig erklärt. Erst 1999 wurden die Standgerichtsurteile gegen die pflichtbewussten Bürger aufgehoben. Der Nazioberbürgermeister Haidn hingegen wurde nach dem Krieg im Entnazifizierungsverfahren als belastet eingestuft. Er konnte aber nach dem Krieg als Rechtsanwalt tätig werden und vertrat u. a. Gauleiter Florian. Er kandidierte in den 50ern für die neonazistische Sozialistische Reichspartei. 1959 wurden ihm die Leistungen eines Oberregierungsrates zugesprochen und er erhielt die Pension. Mit dem Vorwurf, seine Stadt im Stich gelassen zu haben, musste er noch viele Jahre leben.



Mit dem folgenden Beitrag gedenken die Bilker Heimatfreunde tragender Persönlichkeiten des Widerstandes in Düsseldorf, ohne deren mutigen Einsatz eine friedliche Übergabe Düsseldorfs an die Alliierten nicht möglich gewesen wäre. Ein besonderes Andenken bewahren wir bis heute an den u. g. Hermann Smeets, der unser Archiv initiiert hat, welches seinen Namen trägt. Hermann Smeets war lange Jahre der Präsident der Bilker Heimatfreunde und wird für unseren Verein unvergessen bleiben.
Dieser Beitrag wurde vom Franz-Jürgens- Berufskolleg für den Gedenkgottesdienst erarbeitet und der Bilker Sternwarte von Frau Angelika Fromme zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Widerstand gegen alles Bestehende ist schwer. Widerstand gegen Unrecht ist besonders schwer. Denn die andere Seite spielt nicht fair, setzt Regeln außer Kraft, ist unberechenbar und willkürlich. Das ist heute nicht anders als vor 70 Jahren. Widerstand gegen das Unrechtssystem der Nationalsozialisten aber war immer hoch gefährlich. Denn man war nicht sicher vor Bespitzelung, wusste nie genau, wem man vertrauen konnte. Dennoch gab es in Düsseldorf Widerstandsgruppen gegen das NS-Regime, mutige Männer und Frauen, die ihr Wissen und Gewissen nicht beugen wollten.

Da sind zu nennen, Anna Jacobs, die Antifako um Hermann Smeets, Dr. Otto Goetsch, Karl Müller, Ernst Klein, Theodor Winkens, Josef Lauxtermann und viele mehr, deren Identität wir nicht genau kennen.

Stellvertretend für alle diese couragierten Männer und Frauen, denen Düsseldorf viel zu verdanken hat, wollen wir heute 7 von ihnen ehren, die an der Aktion Rheinland beteiligt waren:

Ich erinnere an Franz Jürgens.
Meine Schule ist nach ihm benannt. Außerdem der Platz vorm Polizeipräsidium. Als Franz Jürgens die Aktion Rheinland unterstützte, hatte er bereits viele Jahre im NS-Regime gearbeitet. Wir kennen seine Motive nicht, er ist eine umstrittene Persönlichkeit. Aber er hat sein Leben verloren, weil er das anderer bewahrte. Das war mutig und verdient unseren Respekt.
Zu seinem Gedenken entzünden wir diese Kerze.

Ich erinnere an Theodor Andresen.
Die Stadt Düsseldorf hat eine Schule nach ihm benannt.
Als er sich 1945 an der Aktion Rheinland beteiligte, war er 37 Jahre alt. Er hatte an der Ostfront gekämpft und hinterließ bei seinem Tod seine Frau und vier Kinder.
Ganz sicher hätte er gerne mit seiner Familie weiter gelebt. Doch er war so mutig sein Leben für andere einzusetzen.
Dafür danken wir ihm und entzünden zu seinem Gedächtnis diese Kerze.

Ich erinnere an den Malermeister Karl Kleppe.
Karl Kleppe gehörte zum Kreis der Männer, die im Polizeipräsidium den von der Aktion Rheinland inhaftierten Polizeipräsidenten bewachen sollten. Der Plan wurde verraten. Karl Kleppe wurde verhaftet, standgerichtlich zum Tode verurteilt und wie seine Mitstreiter noch in der Nacht zum 17. April auf dem Hof unserer Schule erschossen.
Auch seinem mutigen Beitrag ist es zu verdanken, dass Düsseldorf weitere Angriffe erspart blieben.
Seinen Mut ehrt diese Kerze.

Ich erinnere an Josef Knab.
Josef Knab war Ingenieur und Kaufmann. Er wurde ebenfalls im Polizeipräsidium verhaftet und später zum Tode verurteilt.
Wir wissen, dass auch er vor seiner Hinrichtung misshandelt wurde. Was mag in ihm vorgegangen sein? Hat er seinen Mut bereut? Wir wissen wenig über den Menschen Josef Knab. Und wir bedauern, dass er und die anderen Ermordeten nie erfuhren, dass der Einsatz ihres Lebens nicht vergebens war.
Mit großem Respekt würdigen wir seinen Mut mit dieser Kerze.

Ich erinnere an Hermann Weill.
Als er sich an der Aktion Rheinland beteiligt hat, war er 20 Jahre alt und studierte Jura.
D.h. Hermann Weill war ungefähr so alt wie ich und meine Mitschüler, als er sich zum Widerstand entschloss. Bestimmt hatte er Träume für seine Zukunft, das Studium gerade erst begonnen.
Was für ein grausames Schicksal: nur wenige Stunden vor der Befreiung Düsseldorfs wird auch er zum Tod verurteilt und hingerichtet.
Doch sein Verhalten macht ihn zum Vorbild, regt uns in besonderer Weise zum Nachdenken an.
Diese Kerze ist seinem Mut gewidmet.

Ich erinnere an Dr. Karl August Wiedenhofen.
Der Rechtsanwalt Dr. Wiedenhofen schlug sich mit Aloys Odenthal zu den Amerikanern durch und verhandelte mit ihnen.
So gelang das fast Unmögliche. Düsseldorf blieben weitere Bomben und Blutvergießen erspart. Das Unmögliche zu wagen, durchzuhalten, sich nicht entmutigen zu lassen, entschlossen zu sein, an das eigene Urteil zu glauben, die gerechte Sache nicht aufzugeben, all das können wir von Dr. August Wiedenhofen lernen.
„Respekt“ sagen wir Jugendliche manchmal so leichthin. „Respekt“ sagen wir heute mit allem Ernst.
Diese Kerze soll dafür stehen.

Ich erinnere an den Architekten Aloys Odenthal.
Aloys Odenthal gehört wie Dr. Wiedenhofen zu den Überlebenden der Aktion Rheinland.
Bis zu seinem Tod im Jahr 2003 hat er unermüdlich dafür gearbeitet, die Erinnerung an die Ereignisse des 16. und 17. April wach zu halten. Um die Toten zu ehren, aber auch um uns junge Menschen zu mahnen.
Häufig war er in unserer Schule zu Gast, um den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort zu stehen.
Was hat ihn so stark gemacht? Nach seiner Aussage sein christliches Menschenbild, sein fester Glaube. Das hat ihm Mut gemacht für seine Mitmenschen Zivilcourage zu beweisen.
Wir danken Aloys Odenthal für sein wegweisendes, mutiges Vorbild und zollen ihm mit dieser Kerze unseren uneingeschränkten Respekt.



Als die Amerikaner am 17. April 1945, ohne einen Schuss abgeben zu müssen, in Düsseldorf einmarschiert waren, nahmen sie – noch am selben Tag – die etwas verunsicherte und aus den Fugen geratene Stadtverwaltung in die Pflicht. Die amerikanische Militärregierung ernannte den ehemaligen Stadtkämmerer Dr. Wilhelm Füllenbach zum Düsseldorfer Oberbürgermeister. Sieben Wochen lang war Düsseldorf Frontstadt gewesen. Von 1940 an bis zum Kriegsende erduldete die Stadt nach einer Statistik des Stadtarchivs neun schwere und 234 weitere Luftangriffe.

Düsseldorf wurde zur Hälfte völlig zerstört. Nicht einmal 10% aller Gebäude blieben heil. Bei den Wohnhäusern nur 7%. Und von der linken Rheinseite aus lag die Stadt unter Artilleriebeschuss. Wohnraummangel, häufiger Fliegeralarm und Beschuss trieb die Menschen, vor allem Frauen und Kinder, aufs Land. Die Einwohnerzahl sank von 535.000 bei Kriegsbeginn auf knapp 250.000. Als der Krieg zu Ende war, die Menschen zurückkamen und vor den Ruinen ihrer Häuser standen, war die Not groß. Selbst wenn ihre Wohnung, die sie zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen hatten, noch bewohnbar war, konnten sie nicht sicher sein, dass sie diese wieder beziehen können.

Wohnungszwangsbewirtschaftung war das Zauberwort. Hausbesitzern und Mietern war die freie Verfügung über ihre Immobilie dadurch schon zu Beginn des Krieges entzogen. Hierfür ein Beispiel, wie das Städtische Wohnungsamt einen Fall gelöst hat. Im Namen des Oberbürgermeisters schreibt das Amt 42/Städtisches Wohnungsamt am 29.4.1945 dem Bilker Bürger Walter L., der vor den Bomben aufs Land geflüchtet war und seine Wohnung noch nicht wieder bezogen hatte, in gestelztem Amtsdeutsch:

„Ihre im Hause Fleherstr. 77, ptr (d. h. Paterre) nicht genutzte 3 Zimmerwohnung nebst Zubehör wird hiermit auf Grund der §§ 5, 10 des Reichsleistungsgesetzes vom 1. September 1939 (RGBl. l. S. 1645) und der Bekanntmachung von Bedarfsstellen außerhalb der Wehrmacht vom 1. August 1939, (RGBl l. S. 1541) zu Gunsten der Fa milie Hoffmann Johann in Anspruch genommen…“

Hiermit wurde also dem Bürger Walter L. seine Wohnung beschlagnahmt zu Gunsten der Hoffmanns (alle Namen sind geändert). Diese mussten zuvor in kürzester Zeit ihre Wohnung in der Aachener Straße räumen, weil die am 23. April 1945 innerhalb eines größeren Wohnblocks in der Nähe des Aachener Platzes von der amerikanischen Besatzungsbehörde beschlagnahmt wurde. Möbel und Hausrat durften mitgenommen werden und wurden anderswo untergestellt. In diesem Wohnblock wurde ein Durchgangslager für ehemalige Zwangsarbeiter eingerichtet. Das waren ausländische Arbeitskräfte, die von den Deutschen aus ihren besetzten Heimatländern verschleppt wurden und zwangsweise besonders in der Rüstungsindustrie arbeiten mussten, sozusagen stellvertretend für die deutschen Männer, die an der Front standen. Die Amerikaner nannten sie Displaced Persons (DP).

Am 30. Juni 1945 wurde die Beschlagnahme aufgehoben. Die Hoffmanns durften zurück in ihre Wohnung und Walter L. konnte seine 3-Zimmer-Wohnung wieder selbst beziehen.

Was die Hoffmanns aber zu sehen bekamen, als sie ihre eigene Wohnung wieder betreten durften, trieb ihnen die Tränen in die Augen. Was mussten die ihrer Heimat beraubten Menschen für eine Wut gehabt haben auf die Deutschen, dass sie die Wohnungen in gut zwei Monaten ruinierten. Was nicht niet- und nagelfest war, wurde gestohlen, Steckdosen und Schalter waren demontiert, Fensterscheiben eingeschlagen, Bad und Küche zugekotet. In einem Brief an den Oberbürgermeister/ Das Besatzungsamt listete Herr Hoffmann auf, was ihn die Wiederherstellung seiner Wohnung gekostet hat und beantragte Erstattung der Auslagen.

Ob er sie bekommen hat, ist nicht überliefert. Den Zustand der Wohnung schilderte er zurückhaltend: „In welcher Art und Weise die Wohnungen durch die Belegung als Durchgangslager gelitten haben, wird bei Ihrer Amtsstelle wohl zur Genüge bekannt sein, dass sich Angaben hierüber erübrigen.“ Übrigens: Die DPs konnten nicht wissen, dass sie ihre Zerstörungswut an dem Eigentum eines Menschen ausgelassen haben, der selbst ein Opfer der Nazis war. Zu Beginn des Krieges war er viele Monate lang in drei verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert.













Großer Andrang vor dem wärmenden Osterfeuer
Foto: Rene Krombholz
Was soll das nur werden? Diese bange Frage stellten sich manche im Offizierscorps. Osterfeuer und dann Temperaturen um die 10 Grad, sogar Regen und Schneeschauer waren prognostiziert. Bei dem Wetter geht doch kein Hund vor die Tür, geschweige denn er stellt sich für Stunden freiwillig nach draußen!

Aber es kam ganz anders: gegen Mittag klarte der Himmel auf, es blieb zwar kühl aber trocken. Zahlreiche Hände machten sich an die Arbeit um Hüpfburg, Pavillon, Grill und Tische aufzubauen. Andere waren schon des Morgens unterwegs um Holz für das Feuer zu besorgen.

Gegen 18:00 Uhr trudelten die ersten Gäste ein, die meisten Anwesenden gingen von einem spärlichen Besuch aus und trauten ihren Augen nicht, als sich der Platz innerhalb der nächsten Stunde immens füllte. Einige 100 Besucher hatten sich eingefunden. Es hatte den Anschein, als wenn mehr Bürger als Schützen den Weg zu dieser Veranstaltung gefunden hatten.

Es war kühl und trotzdem gemütlich, eine tolle Stimmung, die mit dem entzünden des Osterfeuers noch stieg. Es wurde gegrillt, geredet, gelacht und natürlich auch ein Bierchen getrunken. Eine Veranstaltung, die von allen Seiten großes Lob einbrachte und auch in der Zukunft weitergeführt werden sollte.

Ein Dank geht an dieser Stelle an den Ideengeber Erich Boss, der dieses Vorhaben letztlich durch seine Beharrlichkeit in den Veranstaltungsplan der Bilker Schützen einbringen konnte. Dank auch an Michael Kohn, der als Oberst sein Okay gab und sich gegen manche Widrigkeit durchsetzen konnte. Nicht zu vergessen die fleißigen Hände des Offizierscorps und deren Helfer, die hier ganze und gute Arbeit geleistet haben.



















Dr. Manfred Courth
Foto: Holger Hutterer
Im Februar stand wieder einmal die Gesundheit im Zentrum unserer Veranstaltung, denn Dr. Wolfgang Courth, der Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am St.-Martinus- Krankenhaus, war bei uns zu Gast. Sein Thema lautete „Meine neue Hüfte, mein neues Knie und was passiert, wenn ich mir die Wirbelsäule verletze“.

Dieser Vortrag wurde wie schon viele andere von unserem Heimatfreund Manfred Kallenbach vermittelt, dem langjährigen Kaufmännischen Direktor des Krankenhauses, der sich Ende Februar in den Ruhestand verabschiedete. Baas Erich Pliszka dankte ihm für die gute Zusammenarbeit und konnte einen interessanten Vortrag ankündigen.

Dr. Courth erinnerte daran, dass Hüft-, Knieund Wirbelsäulenverletzungen bei jüngeren Menschen meist durch Unfälle ent stehen, während sie bei älteren Verschleißerscheinungen darstellen. Dank modernster Computertechnik haben sich Diagnose und Behandlungsmethoden grundlegend geändert.

Während man früher die Patienten fotografierte und dann über das Bild ein „Butterbrotpapier“ legte, auf dem per Hand die Abweichungen und der Grad der Korrekturmaßnahmen aufgemalt wurden, gibt es heute den Befundmonitor. Der Körper des Patienten wird gescannt und der Computer berechnet danach die Prothesengröße.

Seit November 2010 wendet Dr. Courth eine Methode an, die er aus Innsbruck importiert hat. Sie ermöglicht einen minimalinvasiven Eingriff . Seine Schilderungen ließen vermuten, dass die Chirurgen doch zu den Handwerkern unter den Medizinern gehören, denn sie kamen ohne „Fachchinesisch“ aus. Der Chefarzt sprach von einem „Kochbuch“, nach dem bei der Diagnose und Operation vorgegangen wird. Mit Hilfe eines „Korkenziehers“ wird dann der Hüftkopf herausgezogen. Früher wurde immer zementiert, heute verwendet man Titanschalen, die in den Knochen einwachsen. Die Vorteile bei diesem OP-Verfahren liegen auf der Hand. Es schont die Weichteile, weil die Narben kleiner sind, es verursacht weniger Schmerzen und erlaubt eine schnellere Reha. Viele Patienten sagen, dass sie nach dem Eingriff keine Schmerzen mehr haben. Ein Patient ging nach sechs Tagen schon ohne Stock und wollte keine Reha, was nach Aussage des Fachmanns in diesem Fall sogar vertretbar war. Durch den Minimaleingriff ist auch der Blutverlust viel geringer.

Bei den Knien gibt es zwei Fehlstellungen: „X-“ oder „O-Beine“. Hier wird inzwischen abgewogen, ob nur ein einseitiger Ersatz, also ein „halbes“ Knie oder ein komplettes Knie operiert wird. Wer sein Knie nicht mehr ganz gerade stellen kann, befindet sich immer in Beugestellung und damit ist der Oberschenkel immer angespannt. Nach einer OP sollte der Patient zunächst Vorsicht bei sportlicher Betätigung walten lassen.

Wirbelsäulenverletzungen entstehen bei Jüngeren meist durch Unfälle, bei Älteren werden sie vorwiegend durch Osteoporose hervorgerufen. Die Folgen sind Verkürzungen und Verkrümmungen. Bei den Untersuchungen werden die Computertomografie – kurz CT – und die Magnetresonanztomografie – kurz MRT – angewendet. Die MRT lässt die frischen Brüche „leuchten“ und damit gut erkennen. Ohne Operation müsste der Patient ein Korsett tragen. Als Verfahren wird hier die sog. Kyphoplastie eingesetzt. Über Kanülen wird ein Ballon in den gebrochenen Wirbel eingeführt. Durch Auffüllen des Ballons mit Zement wird der zusammengebrochene Wirbel wieder aufgerichtet. Auch mit Metallstäben wird eine Fixierung der Wirbelsäule vorgenommen.

Nach seinem Vortrag interessierten sich die Zuhörer vor allem für die Kosten und die Risiken derartiger Eingriffe. Dr. Courth konnte berichten, dass die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Durch die Verwendung von Titan sind allergische Reaktionen ausgeschlossen, denn bei diesem Material sind keine Allergien bekannt. Allergien gibt es allerdings auch nur auf der Haut. Eine Zuhörerin bedankte sich bei Dr. Courth und schilderte, dass sie ein neues Knie vor zwölf und das andere vor fünf Jahren erhielt und seitdem beschwerdefrei ist.



Vielen ist es unbekannt: Entwicklungen in der Wirtschaftswelt bedingen Änderungen in der Gesellschaft. Wissenschaftler beobachten die sogenannten Kondratieff- Zyklen.

Diese beschreiben den Zusammenhang zwischen Neuerungen/Erfindungen, Wirtschaft und den sich daraus ergebenden Veränderungen der Gesellschaft.
Der erste Zyklus begann Ende des 18. Jahrhunderts, grundlegende Neuerung war die Erfindung der Dampfmaschine. Waren vorher Ackerbau und Viehzucht die Haupterwerbsquelle, Fronarbeit an der Tagesordnung, so begann hier die Industrialisierung.

Der zweite Kondratieff war die große Zeit des Stahls (ca. 1840 – 1890). Es entstanden Schienen, die Eisenbahn und die Möglichkeit des Transports von Menschen und Waren. Bis dahin unerreichbare Räume für Handel und Industrie konnten erschlossen werden.

Chemie und Elektrizität waren der Motor zum dritten Zyklus (ca. 1890 – 1940). Während die Menschen früher in der Dämmerung „mit den Hühnern schlafen gehen“ mussten, schuf die Elektrizität ein neues Leben, welches auch zur nächtlichen Zeit möglich war. Licht, Telefon, Kino, Radio und TV veränderten das Leben und die Werte der Menschen. Nachtarbeit, aber auch Nachtleben wurden möglich. Unzählige neue Produkte wurden durch chemische und elektrische Energie geschaffen.

Die Pharmaindustrie begründete hier ihr Wachstum. Früher unheilbare Krankheiten konnten bekämpft werden. Die Entwicklung der Anti-Babypille war Grundstein für die „sexuelle Revolution“, ein Wandel der Moralvorstellungen und eine andere Kultur junger Menschen.

Nach dem zweiten Weltkrieg begann der nächste Kondratieff (ca. 1940 – 1990). Er erschloss der Gesellschaft den individuellen Massenverkehr. Fernreisen brachten neues Wissen, neue Gedanken, und schufen Grundlagen zur Globalisierung. Mit der Erfindung des PC/Internet wandelten sich Welt und Gesellschaft. Globalisierung ist die Maxime, weltweit agierende Konzerne sehen ihre Verpflichtung für die Börse aber nicht für die Menschen. Der PC arbeitet nicht nur billiger sondern auch effizienter. Der Mensch verliert (in vielen Bereichen der Arbeitswelt) an Wert. Vieles was früher Luxus war, kann heute durch den, in Buxtehude erfolgten Tastendruck, billigst in Bangladesch produziert werden.

Die Welt wird zum Dorf. Innerhalb von Sekunden wissen und erleben wir, was am anderen Ende der Welt passiert, aber auch umgekehrt. Wir leben in einer der reichsten Regionen dieser Welt. Andere, die davon früher nichts wussten und in Armut leben, werden das gewahr und wollen teilhaben.

Die große Völkerwanderung des 21. Jahrhunderts hat bereits begonnen und wird nach Ansicht der Zukunftsforscher nicht aufzuhalten sein. Im Gegenteil: in wenigen Jahren werden wir zehn Milliarden Menschen auf diesem Planeten haben, der Druck auf unsere Wohlstandszone wird unglaublich groß werden Die ersten „Verteilungskämpfe“ erleben wir derzeit Und hier sind sich alle Wissenschaftler einig: nur in globaler Zusammenarbeit und nur mit Nachhaltigkeit und Fairness werden wir die gravierenden Probleme des 21 Jahrhunderts lösen können Erst wenn WIR dafür sorgen, dass die Menschen am anderen Ende der Welt durch ihre Arbeit für uns ein auskömmliches Dasein erhalten, werden wir einen Schritt weiter sein…

Die überwiegende Mehrheit der Menschen lebt in bitterer Armut Wir sollten dafür Sorge tragen, dass künftig in Bangladesch und anderswo Menschen von ihrer Arbeit leben können und ihre Heimat gar nicht verlassen müssen!

Das können Sie heute nicht – zu Gunsten unserer Billigpreise Die Menschen dort müssen vielfach verzichten, damit wir uns was leisten und konsumieren können Wir jammern auf sehr hohem Niveau, dass wir dieses alles nicht finanzieren können, ausgebeutet werden… Wenn wir jährlich über 50 Millionen Euro ausgeben um Fußballfans in Schach zu halten, Jahr für Jahr 2,6 Milliarden für Computerspiele, 13 Milliarden für Reisen und 50 Prozent unserer Lebensmittel vernichten, sollten wir auch in der Lage sein, die ärmsten Regionen dieser Welt teil haben zu lassen.








Seit dem 13 April 2015 stehen Rapunzel und Frau Holle im Dienst der Minijobzentrale.

Sie wollen in den Werbeblöcken von ARD, VOX, RTL und Sat1 „mit Wortwitz, viel Liebe zum Detail und einem Augenzwinkern“ zeigen, warum die Anmeldung von Haushaltshilfen bei der Minijobzentrale so märchenhaft einfach ist.
In 30 bis 35 Sekunden langen Filmchen kämpft die Minijobzentrale mit Unterstützung der Augsburger Puppenkiste gegen Schwarzarbeit. Unser Gesprächspartner, ein Verwalter einer kleineren Eigentümergemeinschaft, hat vor Jahren den Werbesprüchen der Minijobzentrale vertraut und die Hilfe für die Reinigung der Haustreppe als geringfügig Beschäftigte angemeldet.
Er kann nicht mehr aufzählen, wie oft er in den vergangenen zehn Jahren die zugegebenermaßen immer freundlichen Damen des Service- Centers angerufen hat, wenn es mit dem Ausfüllen der Formulare nicht klappte.

Am letzten Märztag raufte er sich wieder die Haare, als ein Beitragsnachweis für geringfügig Beschäftigte zurückkam. Dieses Formular solle „hinsichtlich Aufschlüsselung der Beiträge/Beitragssumme“ überprüft werden Dazu muss man wissen, dass die Minijob-Zentrale an der Höhe des Entgelts nicht interessiert ist, sondern an den Pauschalabgaben für die einzelnen Beitragsgruppen.
Und die muss der Hausverwalter als Unternehmer selbst ausrechnen: KV 13%, RV 15%, AAG (Krankheitsaufwendungen) 0,7%, AAG (Mutterschaft) 0,14%, Insolvenzaufwendungen 0,15%, Pauschsteuer 2% und Summe der Abgaben.

Letzteres stimmte nicht. Der Prüfcomputer der Minijobzentrale schlug Alarm, lehnte den eingereichten Beitragsnachweis ab und schrieb einen vorgegebenen Brief mit dem Kreuzchen in dem zutreffenden Kästchen.

Jetzt musste der Hausverwalter den Fehler finden Fand ihn nicht trotz Befragung von Excel und Taschenrechner. Ein langes Ferngespräch mit einer wiederum geduldigen und freundlichen Gesprächspartnerin, die erst nach gefühlten 20 Minuten die Lösung fand, als sie sich selbst ins Internet einwählte und den Pauschalabgabenrechner aufrief.
Es lag an einer Rundungsdifferenz Sie erklärte es ihm Seine Frage: „Was nun?“ Die Antwort: „Schicken Sie den Beitragsnachweis bitte noch einmal ein!“ Die gesamte Aktion beschäftigte den Verwalter mehr als eine Stunde seiner kostbaren Zeit. Und als er das Formular neu ausgefüllt hatte, stand als zu zahlender Betrag 51,31 EUR anstelle von 51,30 EUR.
Ein märchenhafter Rundungsgewinn von 0,01 EUR.

Übrigens: Wer glaubt, der Minijob sei eine Erfindung der Neuzeit, der irrt. Bereits nach der Reichsversicherungsordnung (RVO) von 1911 konnten vorübergehende Dienstleistungen in der Kranken- und Invalidenversicherung versicherungsfrei bleiben, erfahren wir bei Wikipedia .
Und man konnte damals noch mit Stift und Papier rechnen Wenn nötig auch im Kopf In der DDR warb Rapunzel schon 1978 auf einer Briefmarke für den Minijob als Einsteige- und Haushaltshilfe, wenn der Chronist sich nicht irrt.

Oder gehörte die Marke doch zu den schönen Märchenmarken?





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