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Online-Ausgabe der Vereinszeitschrift
60. Jahrgang · Ausgabe 6 · November / Dezember 2014

Unsere Monatsveranstaltungen
Pate der Freude 2014
Scheckübergabe: Stadtsparkasse spendet an die Bilker Heimatfreunde
Wir sind Pate: Die Stolpersteinverlegung
Ein Hauch von Frieden mitten im Krieg
Willy Spatz, ein Kriegschronist
110 Jahre Spedition Franz J. Küchler
Bilker Martinsfest 2014
Adventsbasar im Forum St. Martin
Machet die Tore weit – 16. Weihnachtskonzert der Sangesfreunde Bilk
Termine im Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau) November
Termine im Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau) Dezember
Schützenges. Bilker Heimatfreunde: Termine für Nov. + Dez
Bilker Schützen: Der Krönungsball 2014
Miteinander statt einsam – Neues Ehrenmal der Bilker Schützen
Mein Spielgefährte Klaus
Leseinsel u Historische Postkarte Alt St Martin
Eine Bitte in Bilk – Gewidmet allen Martinsfreunden in Bilk
Der Schatz der Wertschätzung und seine Zukunft
Buchempfehlung von Martina Biermann
Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern
dä engel – Uere Madet Joht
Termine des Westdeutschen Autorenverbandes im Nov. + Dez
Redaktionsschluss-Termin für Sternwarte Januar/Februar 2015
Frohe Weihnachten und ein großartiges Jahr 2015


Auf unserer Titelseite:

Stille Nacht, Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf, Tagebuch Willy Spatz
Foto links: Die Spedition Küchler, Foto: Firma Franz J. Küchler
Foto rechts: Schützenchef Hans Dieter Caspers freut sich
mit Gattin über den Ehrenstern, Foto: Rene Krombholz





Am Samstag, dem 13. Dezember 2014, ist es wieder soweit:
Die Bilker Heimatfreunde veranstalten ihre alljährliche Adventsfeier „Pate der Freude“ für alle Mitglieder, die Bewohnerinnen und Bewohner der Altenheime und weitere Bilker über 70 Jahre.

Die Vorbereitungen laufen: der Saal ist reserviert, die Programmpunkte werden festgezurrt, Einkaufslisten werden geschrieben, Helfer angesprochen und Ende November werden die Einladungen verschickt.

Falls Sie unser Engagement unterstützen möchten, so freuen wir uns über eine Spende auf unser Vereinskonto bei der Commerzbank AG
IBAN: DE21 3008 0000 0411 8078 00.



Die Stadtsparkasse Düsseldorf unterstützt die Brauchtumsvereine unserer Stadt für ihr Engagement im sozialen Bereich, aber auch in der Erhaltung und Überlieferung der Geschichte unserer Stadt und unserer Stadtteile, mit vielen Geldspenden und Aktionen.

So erhielt der Heimatverein Bilker Heimatfreunde, wie auch in den vergangenen Jahren, in diesem Jahr eine großzügige Spende der Stadtsparkasse Düsseldorf. Am 29. August waren die Vertreter der Stadtsparkasse und die Düsseldorfer Presse ins Archiv der Heimatfreunde eingeladen.

Die Stadtsparkasse wurde vertreten durch den Geschäftsstellenleiter der Geschäftsstelle Bilker Allee Herrn Stephan Preußer und den Damen und Herren der Pressestelle. Von der Düsseldorfer Presse waren anwesend die Rheinische Post, die Düsseldorfer Nachrichten und der Rheinbote Düsseldorf.


Erich Pliszka empfängt den Scheck von Stephan Preußer
Foto: Martina Biermann
Die Vorstandsmitglieder konnten den anwesenden Damen und Herren der Stadtsparkasse und der Presse ausführlich von den Umbauarbeiten, den Renovierungsund Umgestaltungsarbeiten im Archiv, berichten. Dabei konnten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Stadtsparkasse vor Ort davon überzeugen, dass die von ihnen in den vergangenen Jahren geleisteten Spenden hervorragend angelegt wurden.

Alle waren begeistert von den neu gestalteten und großzügigen, hellen Räumlichkeiten und dem Umbaukonzept. Nach einführenden Worten von Erich Pliszka, der das Archiv nach den erfolgten Umbauarbeiten als museales Archiv bezeichnete, und daran erinnerte, dass noch vieles fehle, z. B. die gesamte Beleuchtung und die Vitrinen, kam es dann zur Scheckübergabe der Stadtsparkasse an den Heimatverein. Herr Preußer überreichte unserem Präsidenten Erich Pliszka einen übergroß gestalteten Scheck in Höhe von 5.000,00 Euro.

Herr Preußer ermunterte in seiner Ansprache die Heimatfreunde so engagiert weiter zu arbeiten wie bisher, um die Geschichte dieses Stadtteils und dieser Stadt in die Zukunft zu überführen, um den nachfolgenden Generationen die Möglichkeit zu geben, unsere Geschichte nachverfolgen zu können. Die Stadtsparkasse Düsseldorf, so seine Ausführungen, sei auch weiterhin bereit, das Brauchtum, mit seinen Vereinen in dieser Stadt, bei seinen Bemühungen finanziell und ideell zu unterstützen.

Nach dem Dank von Erich Pliszka an die Stadtsparkasse Düsseldorf, und dabei ganz besonders an Herrn Preußer, sowie an die Damen und Herren der Presse, wurden bei Kaffee und Gebäck noch viele Gespräche über die Inhalte des Archivs und die Ziele des Heimatvereins Bilker Heimatfreunde geführt.

In der Düsseldorfer Presse erfolgte über die Scheckübergabe, und über das neu gestaltete Archiv der Bilker Heimatfreunde, eine außerordentlich positive Berichterstattung mit anschaulichen Fotos.




Stolperstein für Leo Statz,
Jg. 1889, Hingerichtet 1.11.1943
Foto: Gerd Spans
Am 28. August 2014 war es soweit: Nachdem wir die Patenschaft für zwei Stolpersteine beantragt hatten – wir berichteten darüber bereits in der Sternwarte 4/2014 – gab es nun grünes Licht, und der Verlegung stand nichts mehr im Wege.

Der Kölner Bildhauer Gunter Demnig verlegte beide Steine eigenhändig, vor den ehemaligen Wohnhäusern von Leo Statz und Erich Klausener, auf der Kronprinzenstraße 41 bzw. 43. Trotz der kurzfristigen Terminabsprache fand sich, neben dem Vorstand und Mitgliedern der Bilker Heimatfreunde, auch eine Berufsschulklasse des Leo-Statz-Berufskollegs ein.

In den Räumen der Schule befindet sich eine Dauerausstellung über ihren Namensgeber, die von Schülern eigenständig erarbeitet und in unserem Archiv recherchiert wurde. Ein herzliches Dankeschön unsererseits geht an Herrn Meik Breer, von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, der für den reibungslosen Ablauf sorgte – an diesem Tag wurden insgesamt immerhin 15 neue Stolpersteine verlegt.



Der Künstler in Aktion
Foto: Martina Biermann



Der Künstler Gunter Demnig
Foto: Martina Biermann


Erich Pliszka und Martina Biermann umringt von Berufsschülern des Leo-Statz-Berufskollegs vor dem neu verlegten Stolperstein
Foto: Gerd Spans


„Weihnachten sind wir wieder zu Hause!“
– Mit diesen Worten verabschiedeten sich Anfang August 1914 die deutschen Soldaten, als sie in den Krieg zogen. Doch zu Weihnachten waren sie keineswegs wieder bei ihren Familien, sondern verbrachten die Tage im Feld an der Front, und drei weitere solche Feste inmitten eines mörderischen Schlachtengetümmels sollten noch folgen.


Weihnachten auf Vorposten
Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf,
Tagebuch Willy Spatz

Doch trotz der vielen grausamen, ja unmenschlichen Ereignisse, die jeder Krieg nun einmal fordert, gab es gerade zum Weihnachtsfest 1914, das sich jetzt zum 100. Male jährt, auch Vorgänge, die ein anderes Bild zeichneten und die einen Rest Menschlichkeit offenbarten, der angesichts des Kampfgeschehens um sie herum fast unrealistisch wirkte. Einige wenige Beispiele mögen dies im Folgenden verdeutlichen. Der wohl bekannteste und in der Literatur häufig beschriebene „Weihnachtsfrieden“ ereignete sich am Heiligabend, als es an einigen Abschnitten der Westfront in Flandern zwischen deutschen und britischen Soldaten zu regelrechten Verbrüderungsszenen kam. Ausgangspunkt war auf beiden Seiten der Wunsch, die aus der Heimat eingetroffenen Geschenke in Ruhe und ohne Gefahr auspacken zu können.

Hinzu kam die damals in Europa über Ländergrenzen und Religionen hinweg noch vorherrschende Sichtweise von Weihnachten als dem christlichen Fest der Nächstenliebe, und daher war man sich weitgehend einig, wenigstens an diesen Tagen das Blutvergießen zu unterbrechen, zumal der erst wenige Monate zuvor gewählte Papst Benedikt XV. in seiner Antrittsrede zu Beginn des Krieges sich zu Weihnachten ausdrücklich eine Waffenruhe erbeten hatte.



"Stille Nacht"
Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf,
Tagebuch Willy Spatz
Und so war es dann auch an besagtem Frontabschnitt: Briten und Deutsche Stille Nacht feierten zusammen einen Gottesdienst, sangen gemeinsam Weihnachtslieder, es wurden Geschenke und sogar Adressen ausgetauscht, und im Niemandsland zwischen den Linien organisierte man Fußballspiele. Schon vor Weihnachten war es immer wieder mal in beiderseitigem Einvernehmen zu Feuerpausen gekommen, um die jeweils eigenen Gefallenen bergen bzw. vor Ort bestatten zu können.

Zwar gab es im Jahr darauf erneut zaghafte Ansätze zu einem „Weihnachtsfrieden“, doch scheiterten diese in der Regel am Widerstand der Vorgesetzten. Spätestens ab 1916 hatte das Kriegsgeschehen durch die erbitterten Stellungskämpfe dann eine solche Eigendynamik entwickelt, die keinen Raum mehr für Sentimentalitäten ließ.



Familie Quitmann am Weihnachtsabend
1914 in Bilk
Foto: Wolfgang Reith
Am 11. November 2008, dem 90. Jahrestag des Kriegsendes, wurde in dem kleinen nordfranzösischen Ort Frelinghien sogar ein Denkmal für die Waffenruhe zu Weihnachten 1914, an der rund 100.000 Angehörige der beiden gegnerischen Seiten beteiligt waren, eingeweiht. In einigen wenigen Fällen kam es am 24. und 25. Dezember 1914 auch an der Ostfront zu einer Art „Weihnachtswaffenstillstand“. Zahlreiche weitere Begebenheiten dieser Art, die sich an den Weihnachtstagen des Jahres 1914 ereigneten, machten immer wieder eines deutlich: Den Wunsch nach Frieden mitten im Krieg.

Meine Großeltern mütterlicherseits wohnten damals in Bilk an der Karolinger Straße, und weil mein Großvater (Paul Quitmann) eine Fabrik an der Fährstraße besaß, war er 1914 vom Dienst an der Waffe freigestellt worden und brauchte auch bis 1918 nicht mehr einzurücken. So entstand das friedliche Foto vom Kriegsweihnachtsabend 1914, welches das Ehepaar Paul und Martha Quitmann zusammen mit Sohn Adolf (geb. 1907) und Tochter Grete (geb. 1908) zeigt. Tochter Martha (geb. 1912) – meine Mutter – lag zum Zeitpunkt der Aufnahme vermutlich schon im Bett und erscheint deshalb nicht im Bild.





Der Weihnachtsbraten.
Nach einer Zeichnung von Fritz Koch-Gotha

Quelle: Stadtarchiv Düsseldorf,
Tagebuch Willy Spatz
Vor hundert Jahren begann der Erste Weltkrieg. Dies nahm das Stadtarchiv Düsseldorf zum Anlass, im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland und mit weiteren 13 rheinischen Archiven Tag für Tag bis zum Jahr 2018 Tagebücher, Briefe, (Feld-)Postkarten, Texte, Fotos und andere Dokumente ins Netz zu stellen.

Es schöpft aus dem Schatz eines Tagebuchs von Willy Spatz, seinerzeit Akademieprofessor in Düsseldorf. Der Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf meldete hierzu am 12. August 2014: pld. Im Stadtarchiv Düsseldorf wird bis heute das 21-bändige, etwa 10.000 Seiten umfassende Tagebuch des Malers und Akademieprofessors Willy Spatz (1861 – 1931) aufbewahrt.

Der Historienmaler hat unter anderem Teile von Schloss Burg und den Plenarsaal des Oberlandesgerichtes Düsseldorf ausgemalt. Spatz registrierte, kommentierte und illustrierte all das, was ihm mitteilungswert erschien – dies jedoch aus der sicheren Entfernung Düsseldorfs zu den Schlachtfeldern. Er ist somit ein Kriegschronist, der seine Informationen über das Frontgeschehen aus zweiter und über die Düsseldorfer Zeitläufte aus erster Hand referierte.

Aber beim Schreiben und Interpretieren beließ er es nicht. Spatz schnitt tausende Karikaturen, kurze und lange Texte, Illustrationen, etc., aus Zeitungen aus und verleibte sie seiner Sammlung ein. Das Tagebuch des Willy Spatz dürfte die umfangreichste Dokumentation des Ersten Weltkrieges aus Düsseldorfer Perspektive sein.

Die Bilker Sternwarte illustriert in dieser Ausgabe ihren Beitrag „Ein Hauch von Frieden mitten im Krieg“ mit Abbildungen daraus von Weihnachtsfeiern im Felde, vielleicht anlässlich des Weihnachtsfriedens 1914 auf den Schlachtfeldern, als die Soldaten für einen Abend aus den sich gegenüberliegenden Schützengräben in ihrer jeweiligen Muttersprache eine gesegnete Weihnacht wünschten.



Kurz vor Ende des 19. Jahrhunderts verließ ein junger Bursche seinen schweizerischen Heimatort Sarnen im Kanton Obwalden, durchquerte Deutschland als Wandergeselle nach Norden. Er wollte das Meer sehen und erleben, aber er erreichte es nicht. Er strandete in Düsseldorf. Bei Engels am Staufenplatz, einem Tanzlokal, das noch nach dem II. Weltkrieg beliebter Treffpunkt der tanzfreudigen Jugend war, lernte er, Franz Josef Küchler, seine spätere Frau Traudl kennen. Es geschah beim Tanz nach dem Handörgeli, der schweizerischen Schwester der Quetschkommode.


Küchler-Bahnmöbelwagen 1918

Er heiratete etwa drei Jahre später, wurde in Düsseldorf sesshaft und fand Arbeit in einem Walzwerk und später bei seinem Schwager Johannes Klefisch, einem Schreiner. Dieser hatte immer etwas zu transportieren und führte nebenbei auch Umzüge durch. Anfangs zog der kräftige Mann an einem breiten Lederriemen oder Gurt, der quer über die Brust gespannt wurde, den einachsigen Handkarren, wenn nötig, schob ein zweiter Mann von hinten an.


Franz Küchler als Fuhrmann und…



… als erster Kraftfahrer der Firma

Bei dieser Tätigkeit erkannte Franz Josef Küchler, dass mit Transporten ein einträgliches Gewerbe aufzuziehen ist. Er machte sich selbständig. Mit einem gefederten Handkarren begann 1904 auf der Adersstraße 50 die Erfolgsgeschichte der Firma Küchler Transporte GmbH. Die Firma wuchs und irgendwann wurden Kaltblüter eingesetzt, die Möbelwagen zogen, die mit hölzernen Rädern und Stabholz-Aufbauten ausgestattet waren. Kaltblüter sind schwere, kräftige und gutmütige Zugpferde. Umzüge waren zu jener Zeit für alle Beteiligten sehr beschwerlich. Schlechte Wege und Anhöhen waren zu überwinden. Um den Pferden die Arbeit zu erleichtern, gingen alle nebenher.



Der erste Tankwagen
Die Helfer und die Umzügler. Oft mussten sie mit anpacken, wenn es bergauf ging oder der Wagen im Schlamm versank oder im Schlagloch steckenblieb. Oft musste der Stellmacher eingreifen, wenn ein hölzernes Rad oder eine stählerne Achse brach. Für die Kinder war es ein Erlebnis, wenn der Möbelwagen durch die Straßen zog. Sie liefen ihm nach und streichelten die Pferde, wenn sie am Straßenrand zum Tränken an einer Pumpe Halt machten. Die Nachbarskinder freuten sich sehr, wenn sie mal auf dem Kutschbock mitfahren durften.



Das „Eiserne Pferd“
Wir haben mit Claudia Rotermundt, Urenkelin des Firmengründers und jetzige Geschäftsführerin, in einem Fotoalbum blättern dürfen, das der Junior Franz Küchler Weihnachten 1938 dem Senior Franz Josef Küchler gewidmet hat. Darin fanden wir viele interessante Fotos der Anfangsjahre, von denen wir unseren Lesern einige präsentieren können. Darunter das Bild eines großen Möbelwagens auf dem Hof in der Adersstraße im Jahr 1918. Es ist ein Bahnmöbelwagen, der mit Pferden zum Bahnhof gezogen, auf einen Eisenbahnwaggon verladen und dann unter Dampf zu entfernten Zielen transportiert wurde. Die Fuhrleute und die Pferde blieben zu Hause. Am Zielort lieh man sich Personal und Zugpferde aus.



Luftfracht via Lohausen
In den ersten Jahren schwollen die Auftragsbücher an, so dass weitere Pferdefuhrwerke angeschafft werden mussten. Das Geschäft blühte, und der erfolgreiche Jungunternehmer und erklärte Pferdenarr gewann die Hochachtung seiner Kollegen und wurde Obmann der Düsseldorfer Fuhrmanns- Innung. Obwohl das Automobil schon über die Straßen rollte, widerstand er lange den Modernisierungsbestrebungen und setzte weiterhin auf 1 oder 2 Pferdestärken. Erst als sein Sohn Franz (geboren 1907), der das Pferdestriegeln nicht liebte, 1925 mit 18 Jahren in das Geschäft einstieg, wurde gegen den Willen seines Vaters das erste Automobil eingesetzt, ein Ford-TModell mit der Aufschrift „Küchler Eiltransporte“. Mit ihm wurde Franz Küchler der erste Kraftfahrer in der Firma.



Das Lagerhaus in der
Himmelgeister Straße im Bau
Es folgten Zug um Zug weitere Kraftwagen, mit denen die vielfältigsten Güter transportiert wurden. Mit zunehmendem Straßenverkehr in Europa wuchs der Bedarf an Treibstoff. Franz Küchler, als zielstrebiger Jungunternehmer stets auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern, entdeckte 1937 die Durchführung von Mineralöltransporten als neues Zubrot für den väterlichen Betrieb. Es wurde der erste Tankwagen angeschafft, ein umgebauter Ford AA. Weitere Tankwagen in den verschiedensten Ausführungen und Größen folgten. Vom Tanklager in Heerdt aus versorgte Küchler die Tankstellen in Düsseldorf und Umgebung.

Die Treibstoffund Heizöltransporte entwickelten sich zum zweiten Standbein des Betriebes neben den Möbeltransporten. Wegen immer strengerer Sicherheitsauflagen, die nur mit hohem finanziellem Aufwand erfüllt werden konnten, wurde der Transport von Mineralölprodukten 1998 eingestellt. Aber auch die Möbelwagen waren weiter in Betrieb. Sie zog nun ein „Eisernes Pferd“, das „Iron Horse“, ein Fordson-Schlepper, der die Pferde im innerstädtischen Transport der Möbelwagen ablöste.

Zurück in das Jahr 1936! Für den ständig wachsenden Fuhrpark und für die Lagerung verschiedenster Güter reichten die Flächen in der Adersstraße nicht mehr aus. Es wurde das erste Grundstück an der Himmelgeister Straße 100 gekauft, wo sich heute noch der Hauptsitz der Firma befindet.

Damals vorwiegend ländliches Gebiet, fast ohne Häuser. Und es musste idyllisch gewesen sein. An der Ecke Kopernikusstraße regelte ein Verkehrs-Schutzmann in der Mitte der Kreuzung den Verkehr. Er stellte sich den anliegenden Unternehmen vor.

„Bevor er eingesetzt wurde, stellte er sich bei uns im Büro vor und sprach mit meiner Oma“, erzählte Inge Grass-Küchler, die Enkelin des Firmengründers. „Am nächsten Tag kam er wieder vorbei und sagte: Frau Küchler, sagen Sie mir doch noch mal die Namen Ihrer Fahrer. Darauf antwortete die Oma: „Schäle Eu, lahme Friedi, dicke Jupp.“ Und dass Bilk, obwohl schon 1384 nach Düsseldorf eingemeindet, noch nicht in der Großstadt angekommen war, bestätigt diese Geschichte: „Als mein Vater Franz Küchler, wohnhaft Adersstraße, um meine Mutter Grete freite, die in der Germaniastraße wohnte, fragten die Bilker sie: Musste eene us de Stadt nähme, hant mir Bilker kin Jonges?“

In den folgenden Jahren wurden auf dem Hof Garagen, Bürogebäude, eine Tankstelle und Lagerhallen errichtet. Zum Schluss Luftfracht via Lohausen wurde das vierstöckige Lagerhaus gebaut, mit dem in der Himmelgeister Straße eine Baulücke geschlossen wurde. Dieses wird heute teilweise anderweitig genutzt. Das Foto zeigt den Durchblick auf den Hof durch das Stahlbetongerippe, das die schwere Last der eingelagerten Güter tragen muss. Hofseitig ist ein geräumiger Lastenfahrstuhl angebaut. Der Wiederaufbau, besonders der boomende Wohnungsbau nach dem II. Weltkrieg, weckte in den Verbrauchern die Lust auf neue Möbel. Und diese mussten transportiert werden.

Die Firma Küchler stieg groß ein. Jahrzehntelang fuhren die grünen Möbelwagen mit gelber Aufschrift quer durch Deutschland und durch halb Europa und transportierten neue Möbel aus den Möbelfabriken in Belgien, Holland und aus Westfalen nach Düsseldorf. Diese wurden hier zwischengelagert und dann an die Händler und Verbraucher ausgeliefert. In den sechziger Jahren reichten die Lagerkapazitäten in der Himmelgeister Straße nicht mehr aus. Daher errichtete Franz Küchler in Nievenheim (seit 1975 zu Dormagen gehörig) eine große Niederlassung. Schon vor dem II. Weltkrieg wurde in Suhl/Thüringen wegen des expandierenden Geschäftes eine Filiale mit Bahnmöbelwagen gegründet.



Küchlers Fuhrpark nach dem II. Weltkrieg
Franz Josef Küchler verließ deswegen mit seiner Familie Düsseldorf. Diese Niederlassung wurde aber nach dem Krieg mitsamt der eingelagerten Möbel enteignet. Nur einen Teil der Fahrzeuge konnte er vor Kriegsende vor den immer weiter vorrückenden Russen retten. Inge Grass-Küchler, damals wohl noch Vorschulkind, berichtete von der abenteuerlichen Heimholung nach Düsseldorf. Die Familie campierte wochenlang in einem Möbelwagen, in dem ein Kanonenofen zum Wärmen und zum Kochen aufgestellt war, dessen Schornstein den Rauch durch ein Loch im Dach ableitete.

In den ersten Jahren nach dem Krieg war der Küchler-Fuhrpark, wie das Foto zeigt, eine bunte Mischung aus verschiedenen Marken, Typen und Versionen und zum Teil aus umgebauten Fahrzeugen aus deutschen und britischen Militärbeständen. Aber Franz Küchler, der langjährige Motor der Firma, modernisierte in den folgenden vier Jahrzehnten die Fahrzeugflotte und verhalf dem Unternehmen zu neuem Ansehen. Anfang der achtziger Jahre schloss sich die Küchler Transporte GmbH dem deutschlandweiten Confern-Verbund an, einem Zusammenschluss von 60 renommierten Möbelspediteuren. Das ist ein Netzwerk, das den Partnern hilft bei der Planung und Durchführung von Umzügen, qualitativ und umweltverträglich.

1985 starb Franz Küchler im Alter von 78 Jahren, nachdem er im Jahr zuvor seiner Tochter Inge Grass-Küchler die alleinige Geschäftsführung übergeben hatte. Heute konzentriert sich Küchler neben Möbeleinlagerungen und Aktenarchivierung auf das Kerngeschäft als nationaler und internationaler Umzugsdienstleister.

Am 4. Dezember 2014 feiert die Firma ihr 110jähriges Bestehen.











Am Sonntag, den 14. Dezember veranstalten die Sangesfreunde ihr diesjähriges Weihnachtskonzert. Wie in den Vorjahren sind auch in diesem Jahr wieder ausgewählte Mitwirkende dabei, um die Sangesfreunde bei der Einstimmung ihrer Gäste auf die Weihnachtszeit zu unterstützen. Das sorgfältig ausgesuchte Programm ist eine Mischung aus nationalen und internationalen, aus traditionellen und aktuellen, aus swingenden und mundartlichen Liedern. Lassen Sie sich überraschen und für einige Zeit aus der Hektik der Vorweihnachtszeit entführen.

Beginn 15.00 Uhr – Einlass 14.30 Uhr Eintrittspreise: 10,00 Euro (Erwachsene) 5,00 Euro (Kinder bis 12 Jahre)

Kartenbestellung unter: 0211-3021020 oder 02137-4145




November

2.November 2014

„Familienfrühstück“

Am Sonntag, den 2. November veranstalten das Bürgerhaus Bilk und die AGB e V ab 10.30 Uhr das beliebte Familienfrühstück im Salzmannbau Neben einem reichhaltigen Buffet, gibt es wie immer einen musikalischen Live-Auftritt Familien mit Kindern sind herzlich willkommen, Kinderstühle und Spielmöglichkeiten sind vorhanden Der Eintritt beträgt für Erwachsene 6 Euro und für Kinder ab 8 Jahre 3 Euro Weitere Informationen und Reservierung von Plätzen montags bis freitags unter Telefon 0211 – 89 24 987



8.November 2014

„Ausstellung der Holzwurm AG“

Am Samstag, den 8. November steht das Bürgerhaus Bilk ganz im Zeichen des Modellbaus In der Zeit von 11.00 – 18.00 Uhr kann man eine erstaunliche Ausstellung handgefertigter und selbstentworfener Holzmodelle erleben Seit nunmehr 20 Jahren besteht die Holzwurm AG von Herrn Willi Kempen Die ausgestellten Exponate sind – in teils monatelanger Handarbeit – von jungen AGSchülerinnen und Schülern der Hulda-Pankok-Gesamtschule und der Martin-Luther- Grundschule konstruiert und angefertigt worden Es werden etliche Großmodelle und ganze Panoramen gezeigt Außerdem besteht die Möglichkeit mit zu basteln und sich mit den Beteiligten der Gruppe auszutauschen Für das leibliche Wohl wird im Café des Bürgerhauses gesorgt Der Eintritt ist frei



9.November 2014

„Kindersachenbörse“

Das Bürgerhaus Bilk und die AGB e V veranstalten am Sonntag, den 9. November von 10.00 – 14.00 Uhr, eine Kindersachenbörse im Salzmannbau In gemütlicher, netter Atmosphäre kann man in Ruhe stöbern, plauschen und gut erhaltene Kinderbekleidung, Spielzeug und andere Dinge rund um das Kind von privaten Anbietern preiswert erwerben Eine Cafeteria sorgt für das leibliche Wohl Weitere Infos montags bis freitags an der Infothek im Bürgerhaus unter Telefon 0211 – 89 24 987



13.November 2014

„Tango-Salon“

Am Donnerstag, den 13. November findet im Bürgerhaus Bilk von 18.00 – 22.00 Uhr wieder der beliebte „Tango-Salon“ im Salzmannbau statt Unter Anleitung von Tanzlehrer Erwin Neander können Singles und Paare Tango-Argentino tanzen, tanzen lernen und neue Freunde finden Tango Argentino – Schritt für Schritt erlernen Tanzlehrer Erwin Neander erklärt die wichtigsten Grundschritte und einfache Figuren Das Erlernte kann danach direkt im Tango Salon auf dem Tanzparkett ausprobiert werden Jung und Alt, Anfänger und fortgeschrittene Tänzer sind herzlich willkommen Der Eintritt ist frei

Weitere Informationen montags bis freitags unter Telefon 0211 – 89 24 987 im Bürgerhaus
oder unter Telefon 0211 – 698 50 35 bei Herrn Neander



14.November 2014

„Salsa Tanzparty“ mit Salsa flow

Am Freitag, den 14. November findet im Bürgerhaus Bilk von 20.00 – 24.00 Uhr eine „Salsa-Tanzparty“ unter Leitung von Georges Bouazo und Anna Braun statt Für wenig geübte Tänzerinnen und Tänzer gibt es um 20 30 Uhr einen kostenlosen Salsa- Schnupperkurs mit Anna und Georges Alle, die Freude an Salsa Musik und am Tanzen haben, sind zur Party herzlich willkommen Der Eintritt ist frei Weitere Informationen unter Telefon 0211 – 89 24 987 im Bürgerhaus oder www salsa-flow de



26.November 2014

Düsseldorfer MundArt Kabarett



Anne Wesendonk
und Christine Schreiber
präsentieren
Düsseldorfer MundArt Kabarett
mit Anne Wesendonk und Christine Schreiber Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Aktive Alte in Bilk“ spielen Anne Wesendonk und Christine Schreiber ihr Programm „das Ärme Dier im November“ Gedanken op Platt zwischen Tiefsinn und Unsinn

Am Mittwoch, den 26. November von 15.00 – 17.00 Uhr. Bekommen Sie in der grauen Jahreszeit manchmal „dat ärme Dier?“ Lassen Sie sich vom „Düsseldorfer MundArt Kabarett“ therapieren Der Alt (Wesendonk) und der Sopran (Schreiber) haben eine Vorliebe für skurrilkomische Geschichten, die das Leben jeden Tag schreibt Sie singen und spielen sich durch ein Programm voller heiterer, aber auch besinnlicher Augenblicke Platt ist dabei nur der Dialekt, niemals der Witz Diese Veranstaltung ist eine Kooperation vom Seniorenbeirat, dem Gleichstellungsbüro, der KOMMA e V , der AGB e V und dem Bürgerhaus Bilk Der Eintritt ist frei



29 u. 30.November 2014

ZauberLicht Theater

„Zirkadelik, folge dem roten Faden!“

Ein unterhaltsames Maskentheater im Schwarzlicht für die ganze Familie (Kinder ab 6 Jahren) Begleiten Sie das ZauberLicht Theater in die Welt der kleinen Wunder Ganz ohne Worte mit vielen leuchtenden Farben und mitreißender Musik zeigen Angela Hilgers und Thumpah Lee, dass der manchmal so graue Alltag doch viel bunter sein kann Der Protagonist des aktuellen Stückes „Zirkadelik, folge dem roten Faden!“, muss viele Abenteuer überstehen, bis er sein Glück findet Tauchen Sie ein, in eine Welt, in der die Dinge schweben, aus dem „Nichts“ auftauchen und plötzlich wieder verschwinden Im UV Licht wird das Unmögliche möglich Eine Veranstaltung der Hermann-Harry-Schmitz-Societät in Kooperation mit dem Bürgerhaus Bilk,

am Samstag, den 29. November, Beginn 19.00 Uhr und am Sonntag, den 30. November – Beginn 19.00 Uhr. Eintritt: Erwachsene 15 Euro – Kinder bis 10 Jahre 6 Euro
Weitere Informationen: Hollmann Presse GmbH – Tel : 0211 – 32 91 91 und hermannharryschmitz42@ gmail com





Dezember


7.Dezember 2014

„Familienfrühstück“

Am Sonntag, den 7. Dezember veranstalten das Bürgerhaus Bilk und die AGB e V ab 10.30 Uhr das beliebte Familienfrühstück im Salzmannbau Neben einem reichhaltigen Buffet, gibt es wie immer einen musikalischen Live-Auftritt Familien mit Kindern sind herzlich willkommen, Kinderstühle und Spielmöglichkeiten sind vorhanden Der Eintritt beträgt für Erwachsene 6 Euro und für Kinder ab 8 Jahre 3 Euro Weitere Informationen und Reservierung von Plätzen montags bis freitags unter Telefon 0211 – 89 24 987



7.Dezember 2014

Adventskonzert mit persischer Musik

Ein ganz besonders musikalisches Programm gestaltet von der iranischen Sängerin Mitra Zarif-Kayvan mit Klavierbegleitung durch den Pianisten Haik Hakopian Es erwartet Sie ein einzigartiges poetisches Konzert voller Romantik mit persischen Liedern und Lyrik am Sonntag, den 7. Dezember, Beginn 18 Uhr. Das Adventskonzert ist eine Kooperationsveranstaltung des deutsch-iranischen Vereins DIFI mit dem Bürgerhaus Bilk Eintritt: 8 Euro Weitere Informationen unter Telefon 0211 – 251 98 52



11.Dezember 2014

„Tango-Salon“

Am Donnerstag, den 11. Dezember findet im Bürgerhaus Bilk von 18.00 – 22.00 Uhr wieder der beliebte „Tango-Salon“ im Salzmannbau statt Unter Anleitung von Tanzlehrer Erwin Neander können Singles und Paare Tango-Argentino tanzen, tanzen lernen und neue Freunde finden Tango Argentino–Schritt für Schritt erlernen Tanzlehrer Erwin Neander erklärt die wichtigsten Grundschritte und einfache Figuren Das Erlernte kann danach direkt im Tango-Salon auf dem Tanzparkett ausprobiert werden Jung und Alt, Anfänger und fortgeschrittene Tänzer sind herzlich willkommen Der Eintritt ist frei Weitere Informationen montags bis freitags unter Telefon 0211 – 89 24 987 im Bürgerhaus oder unter Telefon 0211 – 698 50 35 bei Herrn Neander



12.Dezember 2014

„Salsa Tanzparty“ mit Salsa flow

Am Freitag, den 12. Dezember findet im Bürgerhaus Bilk von 20.00 – 24.00 Uhr eine „Salsa-Tanzparty“ unter Leitung von Georges Bouazo und Anna Braun statt Ein Höhepunkt an diesem Abend wird der Auftritt einer „Salsa Show Gruppe“ der Uni Düsseldorf sein Alle, die Freude an Salsa Musik und am Tanzen haben, sind herzlich willkommen Für wenig geübte Tänzerinnen und Tänzer gibt es um 20 30 Uhr einen Salsa-Schnupperkurs mit Anna und Georges Der Eintritt für die Party beträgt 5 Euro Weitere Informationen unter Telefon 0211 – 89 24 987 im Bürgerhaus oder www salsa-flow de



20.Dezember 2014

Orientalische Weihnacht und Yalda Fest

Der Hintergrund für das traditionelle iranische Yalda Fest ist der Winteranfang mit der längsten Nacht des Jahres Der deutsch–iranische Verein DIFI feiert dieses alte persische Fest gemeinsam mit einem europäischen Weihnachtsfest im Bürgerhaus Bilk
Es gibt an diesem Nachmittag ein abwechselungsreiches Programm mit Musik-, Tanz- und Kunstaktionen für Familien und Kinder Gestaltet wird dieses Programm unter anderem von einer Mutter-Kind-Gruppe und einer Kinderchorgruppe des Vereins
Das Fest findet im Rahmen des interkulturellen Düsseldorfer Projektes „Respekt und Mut“ am Samstag, dem 20. Dezember, statt und beginnt um 15.00 Uhr. Der Eintritt ist frei
Weitere Informationen unter Telefon 0211 – 251 98 52


Das Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau), Himmelgeister Str. 107 h ist erreichbar
mit der Straßenbahnlinie 706 – Haltestelle „Am Steinberg“
und der Buslinie 835 – Haltestelle „Moorenstraße“.









Schützenchef Hans Dieter Caspers
freut sich mit Gattin Hedi über den
„Bilker Ehrenstern“
Foto: Rene Krombholz
Am letzten Septemberwochenende fand der Krönungsball der Bilker Schützen statt. Der erste Chef Hans Dieter Caspers begrüßte die Gäste und Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und Brauchtum, bevor er mit klaren und mahnenden Worten auf die aktuelle Situation einging, wonach es durch eine Unmenge von Bürokratie und Vorschriften immer schwerer wird Brauchtum zu leben.

Mit der Verleihung der Jakob-Faasen- Plakette stand die erste wichtige Ehrung an diesem Abend auf dem Programm. Johann Peter Ingenhoven von der Kreissparkasse Düsseldorf würdigte in seiner Laudatio die Verdienste des Preisträgers 2014, Heinrich Spohr. Einsatz, Planung und Durchführung zahlreicher Projekte, die der Verschönerung des Stadtbildes dienen, das ist ebenso heimatbezogen, wie die Erforschung der Rheinischen Mundart, welche Heinrich Spohr intensiv betreibt.

Ein weiterer Höhepunkt (dieser überraschend) folgte direkt im Anschluss, als Michael Schwarz seinen völlig überraschten ersten Chef am Thron Platz nehmen ließ. Seine Laudatio endete mit den Worten: „Für die zahlreichen Verdienste um das Schützenwesen und um unseren Verein, verleihen wir unserem ersten Chef den BiIker Ehrenstern.“ Die Gäste und Kameraden im Festzelt zeigten sich begeistert. Die „Standing Ovations“ wollten kein Ende nehmen.

Nach einer Tanzpause ging es mit der Verleihung der Stadtorden weiter, die vom Ratsherren Udo Figge vorgenommen wurde. Über den Orden der Landeshauptstadt Düsseldorf durften sich dieses Jahr folgende Kameraden freuen:


Sebastian Krombholz, 3. Grenadiere
Michael Kraft, 1. Grenadier Kompanie
M. von Locquinghien, Bilker Heimatfreunde
Michael Faustmann, Ges. Freischütz


Freuen sich über den Stadtorden
(v.l.n.r.): Sebastian Krombholz, Michael Kraft,
Michael von Locquinghien, Michael Faustmann, Ratsherr Udo Figge
Foto: Rene Krombholz

Der Programmpunkt zum Krönungsball (Deutschlands bestes Helene Fischer Double Victoria) brachte nicht nur König Michael Baum, sondern auch das Publikum zum rasen.

Nach der Ehrung der Pfandschützen ging es weiter zur Abkrönung der scheidenden und Krönung der neuen Majestäten. Der neue Jungschützenkönig Pascal Zaparty hatte sich schon kurz vor der Krönung mit einem guten Interview bei Xity online eingeführt. Sehenswert auch seine Königin Lisa Ristau, die mit ihrem Königskleid viele Blicke auf sich zog. Dieter Caspers bedankte sich beim scheidenden König Michael Baum und seiner Königin Sabine und bestätigte ihnen ein bravourös absolviertes Königsjahr. In der Folgezeit schien die Königskette an Michael Baum zu kleben, der sich gefühlvoll bei seiner Schützenfamilie bedankte. Thomas Beckmann erhielt an dieser Stelle den Erlös der obligatorischen Sammlung des Königspaars.


Die Krönung von König Ralf Antkowiak
Foto: Rene Krombholz
Eine Spende in Höhe von 1.600,- Euro für die Aktion „gemeinsam gegen die Kälte“ wurde überreicht. Beckmann bedankte sich und betonte, wie gern er hier in dem familiären Kreis der Bilker Schützen sei.

Dann kam die Stunde von Ralf Antkowiak, seine Krönung als neuer König. Auch er wird ein gutes Bild abgeben, da sind wir uns heute schon sicher. Er verzichtet auf Blumen und Geschenke und spendet 2/3 der gesammelten Geldbeträge an das „Café Grenzenlos“ und 1/3 an das Tierheim in Rath.

Nach Fahnenwalzer, Königstanz und anschließender Gratulationskür, ging es in einen gemütlichen Abend, oder besser gesagt, eine schöne Nacht über.





Vertreter der Kreissparkasse Düsseldorf mit
Schützenchef Hans Dieter Caspers präsentieren das
neue Ehrenmal der Bilker Schützen
Foto: Rene Krombholz
Düsseldorf ist eine Stadt mit vielen Singlehaushalten. Immer mehr Menschen leben allein. In 38,9 Prozent aller Privathaushalte Nordrhein-Westfalens wohnte 2013 nur eine Einzelperson, so das statistische Landesamt. Das sind Menschen verschiedener Altersgruppen, alte und gebrechliche Menschen gehören genauso dazu wie jüngere, die noch auf Partnersuche sind und vielleicht demnächst eine Familie gründen wollen. Während das Alleinsein für die letztgenannten vorübergehend und absehbar ist, kann es für Ältere problematisch werden.

Die Hilfe untereinander und das Sorgen füreinander hat für Senioren einen ganz anderen Stellenwert und ist zum Teil sogar lebensnotwendig. Anders ist das bei den Schützen – einer Gemeinschaft, die in Notzeiten gegründet wurde, um sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung zu geben. Das ist bis heute so geblieben, man hilft sich gegenseitig, man sorgt füreinander. Schützenkameradschaft hat nichts mit Saufen und Kumpanei zu tun, sie geht über den Tod hinaus. In Zeiten die von Pest, Hungersnöten und Seuchen durchzogen waren, sorgten die Mitglieder untereinander für ein armes, aber würdevolles Begräbnis.

In vielen Städten waren darüber hinaus die Schützengilden die Einzigen, die eine Art Bestattungsdienst aufrecht erhielten und für das Begräbnis der reichlich vorhandenen Leichen sorgten. In vielen Statuten finden wir bis heute noch Begräbnisordnungen oder Notgemeinschaften (Kassen) für die Hinterbliebenen. Die Bilker Schützen gedenken ihrer Toten einmal jährlich, jedes Jahr im November ziehen die Schützen zum Süd-Friedhof, um einige Gräber der verstorbenen Kameraden zu besuchen. Dieses wurde 1948 ins Leben gerufen, durch den damaligen Schützenchef Wilhelm Schmitz – bekannt als Schmitze Backes.

Jetzt haben sie ein Zeichen gesetzt und ein Ehrenmal zum Gedenken an die Verstorbenen aufgestellt. Künftig wird eine Kranzniederlegung an diesem neuen Ehrenmal stattfinden. Dem Verein ist es eine große Freude, dass man jetzt dieses Projekt mit finanzieller Unterstützung des langjährigen Geschäftspartners, der Kreissparkasse Düsseldorf, hat realisieren können. Der Stein ist aus reinem, niederbayerischem Granit und zirka 285 Millionen Jahre alt. In der Namensgebung war man sich schnell einig: Ehrenmal sollte dieser Stein heißen. Ehrenmal in der Bedeutung von „sich erinnern an“!




Geboren wurde ich auf der Germaniastraße, ich bin also ein echtes Bilker Mädchen. Wir waren viele Kinder, die in dem Dreh miteinander spielten. Klaus gehörte dazu, ein Nachbarjunge, dessen Eltern im Hinterhof wohl eine Kohlenhandlung hatten. Klaus war Jude. Wir wussten das zwar, aber das war für uns uninteressant. Was war das schon? Wir machten uns auch keine Gedanken darüber.

Eines Tages, es war bereits Krieg, nahm mich Klaus mit in ihre Wohnung und schenkte mir mehrere Katzenbilder, von denen ich eins noch heute besitze. Tage später hielt vor dem Haus, in dem Klaus wohnte, ein Kleintransporter. Ich glaube, es war Germaniastraße 28. Auf der Ladefläche saßen Leute mit Gepäck.

Zwei Männer gingen in das Haus und kamen mit der Familie Wallach, die Koffer bei sich hatte, heraus. Die Familie wurde zu den anderen auf die Ladefläche gesetzt und fort ging’s. Das war das letzte Mal, dass ich Klaus gesehen hatte.

Vor ein paar Jahren habe ich mich aufgemacht, Nachforschungen nach der Familie, besonders nach Klaus, zu machen. Das Resultat hat mich sehr betroffen gemacht.

Klaus und seine Eltern sind in Auschwitz ermordet worden. Meine Freundin Helga, die ja auch immer dabei war, tröstete mich mit den Worten: „Du hast Klaus wenigstens nicht vergessen.“ Schon damals gingen die jüdischen Kinder auf eine eigene Schule. Das finde ich nicht gut. Kinder – gleich welcher Religion – sollten zusammen in eine Schule gehen. Nur so lernt man sich von Kind an kennen und verstehen. Wie soll man sonst zusammen leben?







Ein Transparent spannte sich über den Bürgersteig und verkündete in fettgedruckten Lettern: „Die Große Martinslampenausstellung“. Die Laternen leuchteten im abgedunkelten Saal des Gemeindehauses.

Ein Mann aus Schwaben betrat den Saal, als gerade gesungen wurde. Ein Vorsänger am Mikrofon wusste die vielen Strophen auswendig. Das Rheinland ist eine offene und herzliche Region. So fand der Mann aus Süddeutschland schnell eine Gesprächspartnerin im Gemeindehaus der Friedenskirche. Die Lehrerin im Ruhestand frohlockte: „Für mich heißt es endlich nicht mehr St. Martin, es hat doch immer, immer geregnet.“ „Kein Problem in Bilk“, sage der Mann, „diese Veranstaltung hier ist vom Wetter unabhängig im Saal.“

St. Martin ist ein leuchtendes Beispiel. Die Bilker teilen gerne, möchte man meinen. Sie sind durchdrungen von der Seligkeit des Füreinander und des Miteinander. Es ist für alle genug da. Die Lampen leuchten in drei Etagen der Regale um die Wette. Vier Gerüste sind aufgestellt und entlang der Rückwand des Saales ein Regalwinkel. Darin haben viele Hände von fleißigen Helfern die Lampions aufgehängt. Die Martinsfreunde und ihre Helfer bauen die Ausstellung auf, richten die vielen Lämpchen ein, um alles feierlich erstrahlen zu lassen. Es herrscht eine wundervolle Atmosphäre.

Die Vorhänge öffnen sich nur, wenn Rollstuhlfahrer herein oder hinaus wollen und dazu über die Fenstertüren die Rampe benutzen müssen. Die Bilker Heimatfreunde brachten Kuchenspenden vorbei und packten auch sonst mit an, denn jede Hand wird gebraucht. Die Martinsfreunde trugen auch die Modelle der zwei Bilker Kirchen herbei und stellten sie zwischen den Lampions zur Schau.

„Im Rheinland“, sagte der Schwabe, „gibt es kein Problem, da findest du schnell Anschluss, du kannst dich einfach und unkompliziert an jeden Tisch dazusetzen, frag nur, du wirst staunen, wie herzlich man dich im Rheinland aufnimmt.“ So rieten ihm seine bewanderten Freunde in der Süddeutschen Stadt, aus der er stammte und von der er weggezogen war, um hier in Bilk zu landen.

Da sagte die Lehrerin: „Und dann dieses Basteln. Das ist immer an mir hängen geblieben. Das war immer viel Arbeit.“ Der Schwabe sagte: „Und die Bastelaktion hätte sich viel mehr gelohnt, wenn die Laternen so wie hier in Bilk überall eine besondere Würdigung erfahren würden.“ Ein Kind ging vorbei an Mann und Lehrerin zu dem Tisch, an dem hier in Bilk gebastelt werden kann, und freute sich laut: „Das ist super, dass man hier basteln kann.“ Bei St. Martin geht es ums Teilen und sich mitteilen. Die Kinder liefern diese Freude, die nur strahlende Kinderaugen entzünden können, welch schöner Götterfunke.

Da sucht ein Herr einen Platz und spricht Lehrerin und Schwabe an: „Darf ich mich dazusetzen?“ Die Lehrerin schaut die freien Plätze neben ihr an und sagt: „Nein, da sind doch sicher noch woanders freie Plätze.“ Der Herrn nimmt einen zweiten Anlauf: „Ich möchte aber meinen Kaffee nicht allein trinken.“ Er bittet um das Teilen eines seltsam unsichtbaren Mantels.

Die Lehrerin giftet jetzt: „Aber da sind doch andere Plätze frei!“ Der Herr lässt nicht locker: „Ich hätte gerne Gesellschaft, denn dann schmeckt der Kuchen besser.“ Da geht die Lehrerin im Ruhestand zum Angriff über: „Sie sind doch der Pfarrer von der Gemeinde hier von der Friedenskirche.“ „Nein, bin ich nicht.“ „Aber sie haben doch gerade das Martinslied vorgesungen“, besteht die Frau auf ihre Abneigung. Der Herr im Anzug sagt: „Ja, das habe ich. Ich bin vom Verein Martinsfreunde Bilk. Wir richten hier die Bilker Martinslampenausstellung aus.“ Die Pädagogin in Pension pampte: „Hier ist kein Platz für Sie.“

Da setzte sich der Herr an einen anderen Platz an einen großen Tisch mit leeren Stuhlreihen. Der Schwabe verabschiedete sich von seiner Bekanntschaft und setzte sich zu dem Martinsfreund mit den Worten: „Ich teile gerne.“ Da kullerten zwei einsame Tränen aus den Augen des Martinsfreundes und er wischte sich mit der Serviette die Augen. „Ist mir etwas ins Auge gekommen“, sagte er, „Sie sind nicht aus Bilk? Herzlich willkommen hier bei uns!“

Jan Michaelis wurde 1968 in Heilbronn geboren. Der Schriftsteller aus Düsseldorf veröffentlichte „Geschichten aus Bilk“ im Sonderpunkt Verlag. Erhältlich bei der Buchhandlung „Buch in Bilk“ auf der Suitbertusstraße.




Adventszeit und Weihnachtsfest rücken näher. Im Bewusstsein bald stolzer Großvater zu werden, philosophiere ich darüber, wie das Weihnachten meiner Enkel aussehen mag. Nicht in den nächsten Jahren, vielmehr wenn sie selber mal erwachsen werden…!

Nein, ich halte es nicht mit Sokrates (449 – 399 v. Chr.), der schon zu seiner Zeit eine ständige Degeneration der Jugend feststellen wollte. „Die Jugend“ ist das Ergebnis unseres Vorlebens, unserer Wertevermittlung. Dahin schaue ich, mit gemischten Gefühlen, insbesondere auf den Punkt Wertschätzung, der ja besonders gut zum Weihnachtsfest passt. Wertschätzung – schon das Wort hat es in sich, ein Diamant der deutschen Sprache. Was beinhaltet es alles? Wertschätzen, Schatz, Wert, und meint damit Dinge, die uns wertvoll sind. Wobei sich dabei die Frage stellt: welcher Schatz? Welche Werte? Die Antwort mag schwierig sein, wird meiner Meinung nach mit jeder Generation schwieriger, das hatte Sokrates schon richtig erkannt. Ich rede hier nicht vom sogenannten Werteverlust bei den Jüngeren, sondern von Lebenserfahrung. Selber gehöre ich noch zu der Generation, die Hunger erfahren hat, daher haben Lebensmittel und Nahrung für mich einen besonderen Wert. 1968 stand ich zum Ende des Prager Frühlings vor russischen Panzern und bin im Kugelhagel um mein Leben gelaufen, von daher hat der Begriff Freiheit für mich einen sehr hohen Stellenwert. Unsere jüngeren Generationen, die in Wohlstand und Freiheit aufgewachsen sind, sehen Freiheit indes in der Abgabe von Verantwortung und im eigenen Ausleben.


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Das ist kein Vorwurf, vielmehr der Hinweis auf ein Informationsdefizit. Erziehung und Wertevermittlung findet nun mal nicht mehr in allen Schulen oder Elternhäusern statt. Die Zeiten, wo der Opa die Enkel auf den Schoß nahm, um von früher zu erzählen, sind vorbei. Unsere Kinder erfahren heute nicht mehr, wie mühsam es ist, Getreide anzubauen und zu ernten. Sie wissen weder, wieviel Arbeit erforderlich ist, bis ein Brot verkaufsfertig ist, noch wie der Preis zu Stande kommt. Diese Kinder lernen aber das 70% Rabatt Normalität sind… Wie soll hier ein Bewusstsein für Werte und Wertschätzung entstehen?

Wir leben in einer schnelllebigen konsumorientierten Zeit. Fast alles ist erschwinglich geworden, vieles hat nicht den Stellenwert wie die, von der Werbung als lebensnotwendig suggerierten, Statussymbole. Selbst der Wert unserer Lebenszeit ist uns nicht mehr bewusst, wird zu Gunsten eines günstigeren Preises in selbsterbrachte Serviceleistungen und Wartezeiten investiert. Unsere Gesellschaft ist über weite Teile hinweg nicht mehr werteorientiert, sondern materialistisch und konsumorientiert. Weihnachten ist ein Fest der Wertschätzung! Und für viele Menschen immer mehr ein Muss. Unwillkommene Pflichtbesuche, „ich weiß nicht was ich schenken soll“, bis hin zu „was soll der Quatsch.“ Wir haben uns voneinander und vom Sinn des Weihnachtsfestes gehörig entfernt und sinngemäß umgekehrt. Egal was es kostet, wir leben heute, das Ego zählt. Menschen hetzen durch die Stadt, vollgepackt mit Armani-, Bogner-, Calvin-Klein-Tüten. Luxus pur! Kontra der „Geiz ist geil“ Mentalität und der Kinder, die auch Weihnachten kein warmes Essen bekommen.

Weihnachten: Fest des Friedens! 2014 hat uns gezeigt, dass unsere Welt nicht so friedlich ist, wie wir es uns wünschen oder immer gehofft hatten. Mit Rassenkämpfen und Religionskriegen sind wir dem Mittelalter wieder nahe. Deutschland ist weltweit einer der größten Waffenlieferanten – hinaus in alle Welt, damit die Wirtschaft boomt und der Wohlstand nicht leidet. Was wir außer Geld und weiteren Aufträgen zurückbekommen, sind Flüchtlinge. Die Welt brennt mancherorts und wir schauen zu. Wertschätzung? Friede?

Menschen, die auf der Strecke bleiben, haben wir auch im eigenen Land. Über 20.000 Kinder wurden 2013 zum eigenen Schutz aus den Familien genommen, in Heimen untergebracht. Alte Menschen werden in Heimen nicht nur schlecht betreut, sondern auch misshandelt. Sozial Schwache am Rande dieser Gesellschaft auf dem Abstellgleis – mit mehr Wertschätzung und Miteinander wäre das ein wenig anders! Wir haben das Bewusstsein dafür über weite Strecken verloren Nun zeigt die Weltgeschichte, dass sie einem ständigen Wandel unterzogen ist Zeiten der Toleranz wechseln sich ab mit Zeiten der Strenge, ein ständiges Auf und Nieder, aber die Welt dreht sich weiter

Das erwähnte Mittelalter war eine Zeit, in der nicht der Mensch, sondern die Standeszugehörigkeit zählte Auch hier war Wertschätzung unpopulär Das änderte sich mit der Renaissance, die den Menschen und den neu aufblühenden Humanismus wieder in den Mittelpunkt brachte Auch das wird sich wiederholen, da bin ich sicher In diesem Bewusstsein wünsche ich uns allen nicht nur ein schönes Weihnachtsfest, sondern eine schöne Zukunft Meinen Enkeln, die da kommen, ganz besonders.







Der Chronist in der Straßenbahn 712 – in seine Tageszeitung vertieft – schreckte auf, als eine leise Stimme ihn ansprach: „Zeitungen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren!“

Der ältere Herr auf dem Sitzplatz ihm gegenüber hatte wohl schon lange überlegt, wie er ein Gespräch anfangen könnte Der Chronist schaute erwartungsvoll auf Nun war der Damm gebrochen, und es sprudelte nur so aus dem Gegenüber heraus Er habe am Montag – es war der 13 Oktober – vergebens in seinem Briefkasten nach seiner Tageszeitung gesucht Nach dem zeitungslosen Sonntag wurde die Montagsausgabe von ihm und von seiner Frau immer sehnlichst erwartet

Er wollte an diesem Tag wissen, wie Manuel Neuer benotet wird nach dem vergeigten Fußballländerspiel gegen Polen, die Ehefrau sucht routinemäßig nach den Angeboten der Woche, obwohl diese montags schon lange nicht mehr drinstehen Sein Anruf beim Leserdienst ergab: Im ganzen Bereich um den Aachener Platz herum sei die Zustellung ausgefallen, die Zeitung werde aber im Laufe des Tages nachgeliefert, wurde er beschieden Er habe den Briefkasten fast im Stundentakt kontrolliert Die Zeitung sei nicht gekommen Auch nicht am nächsten Tag.

Die Dame vom Leserdienst der Zeitung, die in Düsseldorf, was die Zahl der Anzeigen angeht, an der Spitze liegt, habe zunächst freundlich den Ausfall der Lieferung bedauert und bot dann eine Gutschrift an Dies gefiel dem Leser nicht Er wollte die Zeitung nachgeliefert haben Das Gegenangebot kam schon mit etwas weniger freundlicher Stimme Der Leser bestand auf Nachlieferung „Nein! So wird schon lange nicht mehr verfahren “ Man könne die Zeitung ja per Streifband mit der Post schicken, schlug der Leser vor Das ginge auch nicht, erwiderte die Leserdienstleisterin mit schon stark abgekühlter Stimme Das Gegenangebot: „Wir können Ihnen die Online-Ausgabe freischalten “

Und sie fügte hinzu, als ob alles entschieden sei: „Wie ist denn Ihre E-Mail-Adresse?“ Da passte der Leser, er habe keinen Internetanschluss, und er wiederholte seine erste Forderung: Lieferung auf Papier Er wolle ja auch mal einen lesenswerten Artikel ausschneiden und aufheben

Frostig entschied die Dame am Telefon: „Dann erhalten Sie eine Gutschrift “ Dieses Gespräch dauerte vermutlich länger, als der alte Herr es erzählt und der Chronist es nach dem Gedächtnis hier aufgeschrieben hat Diese Zusammenfassung wirft aber immer noch ein schlechtes Licht auf die Kundenfreundlichkeit dieses Blattes, das zu den auflagenstärksten des Landes zählt Die kleine „Bilker Sternwarte“ wird wohl kein Gehör finden mit ihrer Klage Vielleicht aber die ebenfalls betroffenen Heimatfreunde, die in der Stadt zu Wort kommen und Gehör finden Vielleicht der Bilker Heimatfreund, der lange Jahre mit seinen amüsanten Geschichten erfreut, aber auch mit hochpolitischen Artikeln informiert hat In eben dem angesprochenen Blatt, dessen Name der Redaktion bekannt ist

Inzwischen weiß der Leser aber, wie Neuer bewertet wurde Es gelang ihm nämlich, am Dienstag im Lottoladen seines Vertrauens am Aachener Platz die Montagszeitung antiquarisch zu bekommen Man sagt zwar: „Nichts ist älter als die Zeitung von gestern “ Aber er freute sich über das Schnäppchen und fühlte sich bei dieser Überschrift auf der ersten Seite im Kopf der Zeitung in seiner Meinung bestätigt: „Manuel Neuer patzt bei der 0:2-Pleite der Nationalmannschaft in Polen “


Pfingstmontag 1924 fegte ein Hagelorkan über Bilk hinweg und richtete schwerste Verwüstungen an. Dabei verlor die Bilker Kirche St. Martin den Turmhelm. Die Bilker Sternwarte berichtete davon in der Ausgabe 4/2014. Wir danken unserer Leserin Ruth Riegel für dieses Foto. Sie schrieb dazu: „Mein Opa Franz Schmitz (Mitte), der den Auftrag hatte, den neu zu bauenden Kirchturm als Dachdeckermeister wieder zu decken. Hier bei der Besichtigung auf dem Turm.“





















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Die Bilker Sternwarte

Herausgeber: Heimatverein Bilker Heimatfreunde e.V. - Präsident Erich Pliszka
Neusser Strasse 44, 40219 Düsseldorf , Telefon 0211/391564, E-mail:erich.pliszka@arcor.de

Redaktion: Susanne Garn

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Der Bezugspreis der "Bilker Sternwarte" ist im Jahresbeitrag enthalten

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